Die Phantastische Akademie und der Seraph

Freitag, 8. Juli 2011

Frisch auf der Bildfläche: die Phantastische Akademie. Gegründet, um die Phantastik in all ihren Spielarten zu fördern. Zu diesem Behuf wird ein neuer Literaturpreis in den Kategorien bester Roman und bestes Debut verliehen: der Seraph (siehe Graphik).

Einerseits ist das Ziel, der Phantastik zu mehr Aufmerksamkeit zu verhelfen, andererseits soll mit dem Preis der phantastische Nachwuchs gefördert werden. Aus diesem Grund ist der Debut-Preis auch dotiert, da der Einstieg für neue AutorInnen oft schwierig ist. Es handelt sich um einen Jury-Preis; die Mitglieder der diesjährigen Jury werden noch bekannt gegeben. Die Verleihung wird im Rahmen der Leipziger Buchmesse stattfinden.

Mehr Infos findet man auf der Webpage. Neben dieser unterhält die Akademie auch eine Seite auf Facebook.

EDIT: Anscheinend hat die Webpage den Ansturm der Besucher nicht verkraftet, sie wird aber natürlich wieder online gehen.

EDIT2: Und schon ist die Phantastische Akademie wieder online.

Justifiers-Reihe

Samstag, 11. Juni 2011

Wer bei Amazon nach Justifiers sucht, findet übrigens die restlichen Bücher der ersten 6er-Serie angekündigt:

"Justifiers 4: Zero Gravity" von Nicole Schuhmacher (September)
"Justifiers 5: Sabotage" von Boris Koch (Dezember)
"Justifiers 6: Outcast" von Daniela Knorr (Februar '12)

Die nächsten vier werden dann von Markus sicherlich vorher passend angekündigt. Die Serie bleibt auf jeden Fall hochkarätig besetzt.

Justifiers 3: Mind Control

Freitag, 10. Juni 2011

Tom Finns Justifiers-Roman ist jetzt erhältlich:



In der Welt der Justifiers ist das Reisen mit Überlichtgeschwindigkeit mit vielen Gefahren verbunden. Für manche Menschen haben die Sprünge durch Raum und Zeit jedoch ganz besondere Konsequenzen – sie erlangen psionische Kräfte und werden zur Zielscheibe von Anschlägen und Intrigen. Und die Justifiers haben mal wieder alle Hände voll zu tun.


In den Palästen der Träume

Dienstag, 16. November 2010

Heute möchte ich mir die Zeit nehmen, um zwei Neuerscheinungen aus dem phantastischen Bereich vorzustellen. Oliver Plaschkas "Der Kristallpalast" ist schon seit einigen Wochen erhältlich. Das Buch ist eine Gemeinschaftsarbeit dreier Autoren und ist bei Feder & Schwert erschienen, einem Verlag, der sich in letzter Zeit einen Namen damit gemacht hat, interessante Phantastik abseits der bekannten Wege zu veröffentlichen.

London, Frühjahr 1851: Als am Vorabend der ersten Weltausstellung ein Mitglied der königlichen Kommission auf mysteriöse Weise ermordet wird, ahnt Miss Niobe noch nicht, dass dieser Fall ihre Welt für immer verändern soll.
Im Besitz des Toten befand sich ein Artefakt, das ein Mysterium birgt, das bis weit in die Vergangenheit des fernen Indiens reicht. Feindliche Agenten und eine rätselhafte Loge streben danach, es in ihren Besitz zu bringen und seine fantastischen Kräfte zu entfesseln.
In einem Wettlauf gegen die Zeit trifft Niobe auf zwei ebenbürtige Gegner: den niederländischen Spezialisten Frans, der im Dienste finsterer Mächte steht, und Captain Royle, der für eine ultrageheime Sektion der britischen Armee arbeitet. Jeder von ihnen verfügt über besondere Gaben und Waffen; bald aber müssen sie erkennen, dass sie aufeinander angewiesen sind, wenn sie in diesem tödlichen Spiel bestehen und die Wahrheit über das Artefakt und sich selbst herausfinden wollen.
Alle Spuren führen zum Kristallpalast, dem prunkvollen Bauwerk aus Eisen und Glas, in dem in wenigen Tagen die Königin, ihr Hofstaat und Besucher aus aller Herren Länder zusammenkommen wollen ...


Der zweite Roman ist der Auftakt einer Trilogie des geschätzten Kollegen Christoph Lode: "Pandaemonia 1: Der letzte Traumwanderer". Es ist ein Fantasy-Roman mit Steampunk-Einschlag.

Eine Zeit der Dunkelheit, der Magie und der verlorenen Träume

Das Gelbe Buch von Yaro D’ar zu finden ist Liam Satanders einziges Ziel. Es war die letzte Bitte seines Vaters, bevor dieser von den gefürchteten Spiegelmännern ermordet wurde. Auf seiner Suche schleicht sich Liam in den Palast der mächtigen Herrscherin von Bradost ein – ein Ort voller Gefahren und dunkler Geheimnisse. Doch Liam kennt keine Furcht. Um herauszufinden, warum sein Vater sterben musste, würde er es mit jedem Feind aufnehmen. Selbst mit jemandem, der Macht über die Träume der Menschen besitzt ...


Zwei im wahrsten Sinne des Wortes phantastische Bücher, die ich jeder Freundin der phantastischen Genres ans Herz legen möchte. Es ist mir eine große Ehre und Freude, mit beiden Autoren am Donnerstag, den 25. November, in Klenks Weinbar (D 4,5) in Mannheim lesen zu können.

SF-Bestseller

Freitag, 4. Juni 2010

"Collector" ist auf Platz 23 auf der Bestseller-Liste eingestiegen. Selbst bei schnellem Überfliegen der Liste habe ich noch zwei weitere SF-Romane gefunden: "Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele" und "Limit". Das ist natürlich sehr erfreulich.

New York Times Bestseller pt.2

Montag, 22. März 2010

Bevor ich etwas zur Leipziger Messe schreibe (einen kurzen Bericht gibt es bereits hier), möchte ich noch auf einen Blogpost von Lynn Viehl, deren Darkyn-Romane bei Lyx erschienen sind, hinweisen. Es ist der versprochene Nachfolgepost zu "The Realities of a Times Bestseller". Diesmal präsentiert Lynn Viehl die nächste Abrechnung ihres Buches "Twilight Fall": "More on the Reality of a Times Bestseller". Der Post ist leider schon einige Monate alt; ich habe ihn damals offensichtlich verpasst. Aufschlussreich ist er dennoch. Über den ersten Blogeintrag habe ich hier berichtet.

News von media control

Mittwoch, 1. Juli 2009

Hier gibt es eine Pressemitteilung von media control zum Thema Fantasybuchmarkt. Auch wenn der Fantasybegriff da recht umfassend benutzt wird, sind die Zahlen interessant.

Wer media control nicht kennt: das ist ein Marktforschungsunternehmen, das zum Beispiel Verkaufscharts oder auch die Beobachtung des gesamtes Marktes anbietet. Bücher sind dabei nur ein Unterbereich.

Heidelberger Appell remixed

Mittwoch, 24. Juni 2009

Nach diversen Diskussionen mit Kollegen und Bekannten habe ich mich entschieden, meine Unterschrift unter dem Heidelberger Appell zurückzuziehen. Ich hatte in letzter Zeit ein deutlich ungutes Gefühl, und die Tatsache, dass ich den Bedarf gesehen habe, das Ganze wortreich zu verteidigen, lag wohl darin begründet. Es ist einigermaßen unangenehm, wenn man erkennt, dass man einen Fehler gemacht hat, aber ich hoffe, dass ich diesen korrigieren kann. Mit mir haben auch einige andere ihre Unterschrift zurückgezogen.

Das bedeutet keinesfalls, dass ich Googles Vorgehen jetzt gutheiße. Die Aktion ist immer noch übel.

Einer der Gründe für meinen Entschluss war die Gesellschaft, in die man sich begeben hat. Nicht wenige Äußerungen von Unterzeichnern haben mir ein Kopfschütteln abverlangt, da dort ein reaktionäres, weltfremdes Verständnis des Internets und der technologischen Veränderungen unserer Zeit zutage kamen. Mir ist bewusst, dass man dafür – hoffentlich! – nicht in Sippenhaft genommen wird, aber dennoch hat es meinen Beschluss bestärkt, mich aus dieser Riege wieder auszutragen.

Eine Handvoll Zahlen

Freitag, 15. Mai 2009

Jascha Hoffman hat 2007 für den NYT Book Review einige Zahlen zu Übersetzungen gesammelt. Das Ergebnis gibt es hier als Text und hier als pdf.

Heidelberger Appell

Donnerstag, 14. Mai 2009

Ich habe schon vor einiger Zeit den Heidelberger Appell unterzeichnet. Allerdings schon da erst nach einigen Tagen Bedenkzeit und nicht ohne Zweifel. Letztendlich überwog allerdings der Gedanke, dass eine gesellschaftliche Debatte über Urheberrechte und den Zugang zur Kultur wichtig ist.

Der Eintrag ist ein wenig länger, deshalb gibt es einen Link:


"Heidelberger Appell" vollständig lesen

New York Times Bestseller

Sonntag, 26. April 2009

Mal ein Blick über den großen Teich, genauer gesagt ein Blick auf die sagenumwobene New York Times Best-Seller List. Die Autorin Lynn Viehl hat in einem Blogeintrag Details zu ihrem Buch "Twilight Fall" erklärt, das auf dieser Liste war. Das Ganze ist natürlich auf Englisch, aber ich fasse es mal zusammen.

Das Buch hatte eine Erstauflage von 88.500 Exemplaren, davon wurden 69.000 bei Erscheinen an Buchhändler verschickt. Weitere 4.000 Exemplare wurden zwei bis vier Wochen später verschickt. Von Anfang Juli bis Ende November verkaufte sich das Buch 64.925 mal. Das Buch war im Juli auf Platz 19 der NYT Mass Market Liste, was dem Taschenbuch bei uns entspricht.

Das Garantiehonorar für das Buch betrug $50.000. Theoretisch hätte Lynn Viehl für die verkauften Bücher $40.484 an Tantiemen bekommen, aber der Verlag behält ungefähr ein Drittel der Tantiemen ein, um diese mit etwaigen Remittenden zu verrechnen, so dass nur $27,721.31 gut geschrieben wurden. Das übersteigt natürlich das Garantiehonorar nicht, weshalb kein Geld ausgezahlt wurde. Das Buch kostet übrigens $7.99 und pro verkauftem Buch gab es etwas über 60 Cent für die Autorin; natürlich wird es eine Staffelung gegeben haben, aber man kann sich grob ausrechnen, wieviel Prozent man als Autorin bekommt.

Lynn Viehl sagt noch, dass sie von den $50.000 nach Abzug aller Ausgaben und Steuern etwa $26.000 als Nettoeinkommen hatte, und dass dies eine gute Quote sei: viele Autoren seien froh, wenn sie 10% Profit machen würden.

Es ist klar, dass es nur ein Buch ist, und nur ein winziger Schnappschuss, aber die Zahlen sind natürlich interessant. Auch in den USA verdienen die meisten Bestseller-Autoren keine Millionen.

Amazon.com

Dienstag, 14. April 2009

Dieses Wochenende hat Amazon in den USA einen kapitalen Bock geschossen: sie haben "adult material" aus den Verkaufsrängen entfernt, und damit die Suche nach Artikeln mit vermeintlich erotischem Inhalt deutlich erschwert. Das betraf vor allem schwule und lesbische Literatur, aber nicht nur. Jede Menge Liebesromane der härteren Art wurden ähnlich behandelt, ebenso wie Ratgeber und Sachbücher zu den Themen. Alles in allem war es ein ziemliches Durcheinander, dem auch Titel wie "Lady Chatterly's Lover" zum Opfer fielen ... 80 Jahre nach Erscheinen.

Das führte zu einem Aufschrei im Internet - zu Recht. Laut einem Artikel bei Publishers Weekly sagt Amazon, dass es sich um einen Fehler gehandelt habe. Am Wochenende haben Mitarbeiter von Amazon aber noch anderes behauptet.

Patrick Nielsen Hayden hat eine eigene Theorie, wie das alles passiert ist. Lesenswert sind, wie oft bei Making Light, auch die Kommentare.

Es ist schwer zu sagen, wo die Wahrheit liegt. Akzeptabel ist diese Art der Zensur aber nicht.

EDIT: Auf seattlepi.com gibt es eine Reaktion von Amazon samt Entschuldigung. Dazu noch einige weitere Einblicke und Links zum Thema.

The Fourteenhundred

Donnerstag, 19. Februar 2009

Ist weder eine Gruppe übernatürlich begabter Menschen, noch eine Schar antiker Krieger, sondern die Zahl der bislang beim "Schreiben Sie einen Magischen Bestseller"-Wettbewerb eingegangenen Einsendungen. Wie es der Zufall will, war ich gestern mit meinen Agentinnen in München, um mit den Lektoren von Heyne über anstehende Projekte zu reden, und durfte die Manuskriptstapel in den Büros bestaunen. Das ist eine ganze Menge Papier.

Die Einsendungen sind wohl soweit begutachtet und die infrage kommenden Werke werden an die Jury weitergereicht. Interessanter für die Aspiranten ist aber vielleicht die Aussage meiner Lektorin und ihres Kollegen, dass es einen guten Anteil sehr interessanter Manuskripte gab, und dass mancher Autor und manche Autorin sozusagen ihre Visitenkarte im Verlag gelassen haben, selbst falls es im Wettbewerb nicht klappen sollte.

Verlage pt. 2

Mittwoch, 25. Juni 2008

Eine der häufigeren Fragen, wenn es um Verlage geht, ist die nach der Eigenständigkeit von Verlagen und Lektoraten innerhalb der Verlagskonzerne. Schickt man eine Einsendung an alle infrage kommenden Verlage innerhalb des Konzerns, oder nur einmal an die Zentrale?

Kurze Antwort: Jeden Verlag anschreiben.

Meiner Erfahrung nach sollte man jeden Verlag einzeln berücksichtigen. Auch wenn die Verlage unter derselben Adresse firmieren, haben sie für üblich getrennte Lektorate.
Aber nicht vergessen, dass der Roman auch zum Verlag passen sollte. Also nicht per Gießkannenprinzip versenden, sondern gezielt. Nichts ist fruchtloser, als sein Werk den falschen Verlagen anzubieten. Das kostet nur Geld, Zeit und Nerven. Es lohnt sich also, das jeweilig passende Lektorat zu recherchieren, und die Einsendung genau dorthin zu senden. Gute Vorarbeit ist ohnehin unerlässlich.

Verlage pt.1

Freitag, 6. Juni 2008

Immer mal wieder fragen angehende Autoren nach Verlagen. Deshalb versuche ich an dieser Stelle, meine Erfahrungen ein wenig zusammengefasst zu präsentieren. Die beziehen sich zum größten Teil auf Phantastik, aber grundlegende Dinge gelten auch für die meisten Bereiche. Im Sachbuchbereich kenne ich mich allerdings nur wenig aus. Es geht hier nur um Verlage im traditionellen Sinn, also solche, die Honorare zahlen. Für BoD, DKZV und dergleichen mehr gelten vollkommen andere Regeln. Auf meiner Webpage habe ich zur Verlagssuche schon ein paar Worte geschrieben. Hier werde ich in einer losen Serie spezifische Fragen beantworten.

Es ist schwierig, Verlage in Gruppen einzuteilen; dennoch wird es immer wieder getan. Großverlage, Publikumsverlage, Kleinverlage und vieles mehr.

Prinzipiell gibt es die großen Publikumsverlage, die ein breites Programm anbieten, und die teilweise in großen Auflagen drucken. Pi mal Daumen geht das im unteren vierstelligen Bereich los, und endet im sechs- oder gar siebenstelligen Bereich. Wobei letzteres nur die absoluten Bestseller erreichen. Bücher aus Publikumsverlagen liegen in jeder Buchhandlung. Viele Publikumsverlage sind Teil großer Verlagsgruppen, wie zum Beispiel Random House (Heyne, blanvalet, Goldmann und viele mehr) oder Bonnier (unter anderem Carlsen, Piper, Thienemann, Ullstein).

Kleinverlage drucken im dreistelligen Bereich, bei erfolgversprechenden Büchern auch im unteren vierstelligen Bereich. Das Hauptproblem der Kleinverlage ist ihre mangelnde Präsenz im stationären Buchhandel. Viele sind auf bestimmte Genres oder Sujets spezialisiert. Nicht selten steht keine Gewinnabsicht, sondern einfach Enthusiasmus dahinter.

Dazwischen gibt es die mittleren Verlage, manchmal auf bestimmte Sparten spezialisiert oder stark regional ausgerichtet. Das Programm ist häufig breiter als bei Kleinverlagen, die Auflagen höher, aber insgesamt niedriger als bei Publikumsverlagen. Auch mittlere Verlage können zu Verlagskonzernen gehören.

Diese Definitionen sind schwammig, die Grenzen fließend. Nicht jedes Buch ist für jeden Verlag geeignet. Man sollte sich über die entsprechenden Verlagsprogramme und Richtlinien für Einsendungen informieren, bevor man sein Werk verschickt. Damit spart man Porto, Zeit und Nerven. Heutzutage lässt sich das bequem im Internet erledigen.

Im nächsten Teil gehe ich näher auf konkrete Fragen zu Verlagen ein.