Leipziger Allerlei pt.1

Wie versprochen, hier der etwas ausführlichere Bericht. Die Anfahrt war eigentlich ganz OK, es gab zwar ein oder zwei kurze Staus, aber wir waren von Heidelberg aus in etwas über fünf Stunden in Leipzig. Wir sind zunächst ins Hotel, einchecken und frisch machen. In dieser kurzen Zeit hat sich der leichte Schneefall zu einem ausgewachsenen Schneechaos gesteigert. Der Weg zur Messe führte dann auch an einem halben Dutzend Fahrzeugen im Straßengraben vorbei. Wir hingegen gelangten sicher, wenn auch langsam ans Ziel.

Nach einer kurzen Orientierungsrunde haben wir uns bei den Organisatoren der Leseinsel gemeldet. Leider hat der Autor, der vor mir gelesen hat, seine Zeit extrem überzogen. Seine Verlagsbetreuerin war auch nach mehrmaliger Aufforderung nicht bereit, ihn darauf hinzuweisen. Blieben als einzige Lösungen akzeptieren oder auf die Bühne stürmen und das Mikro an mich reißen. Obwohl ein solcher Auftritt sicherlich etwas trollisches an sich gehabt hätte, habe ich mich doch dagegen entschieden… ;-)

Mir blieben nur zehn Minuten meiner Lesezeit; viel zu wenig, um das Buch vernünftig zu präsentieren. Also haben wir die Lesung auf Freitag am frühen Morgen verschoben, da ich nicht jetzt auch ohne Rücksicht auf Verluste der nächsten Autorin Jenny-Mai Nuyen ihre Lesungszeit stehlen wollte. Dazu haben wir noch den ersten Termin am Samstag für eine zweite Lesung festgemacht. Natürlich war allen bewusst, dass man in der kurzen Zeit die Lesung nicht vernünftig bekannt machen, geschweige denn allen Interessierten die Information zukommen lassen konnte.

Sehr enttäuschend fand ich, dass der Autor nicht nur egoistisch meine Lesung sabotiert hat, sondern danach nicht einmal ein Wort der Entschuldigung gefunden hat. Seine Betreuerin übrigens auch nicht. Ich muss sagen, dass ich das als eine wirklich schwache Leistung empfunden habe. Bislang war ich vom Umgang der Autoren untereinander weitaus besseres gewöhnt.

Den Rest des Tages war ich entweder auf der Messe unterwegs, oder am Heyne-Manga-Verkaufsstand, wo es auch „Die Trolle“ und „Die Schlacht der Trolle“ zu erwerben gab. Mit einigen Widmungen und Gesprächen mit Lesern verging der Tag recht angenehm.

Abends sind wir dann in einer kleinen Gruppe direkt von der Messe in die Stadt, um uns Neil Gaiman anzusehen. Draußen herrschte immer noch Schneetreiben, und so standen wir eine geschlagene Stunde im Stau, bis wir endlich in der Innenstadt geparkt hatten.

Aber es hat sich gelohnt. Die Lesung war hervorragend; Neil Gaiman ist sehr sympathisch und liest sehr gut. Danach hat er mit Eloquenz und Verve viele Fragen sehr ausführlich beantwortet. Die Lesung hat mich für den anstrengenden und etwas enttäuschenden Tag wieder voll entschädigt.

Morgen schreibe ich weiter über die nächsten Tage in Leipzig; über frühe Lesungen, zwölf Stunden Stau, geschwätzige Taxifahrer und Kartoffelsuppe.

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