TOTE TAGE Blogtour: Das Jahr ohne Buch

Wenn ich 2014 mit einem Wort beschreiben sollte, würde ich turbulent wählen. Von außen betrachtet mag das seltsam erscheinen, denn es fehlt, was für Autoren meist eine turbulente Zeit ist: Das Erscheinen eines Buches. Seit meinem Debut "Die Trolle" 2006 ist jedes Jahr mindestens ein Buch von mir erschienen. Der Erscheinungstermin ist eine spannende Zeit; Lesungen ballen sich in den Wochen danach, ebenso wie Interviews, Leserbriefe und all die andere Aufmerksamkeit, die einem Buch und dessen Autor so zuteil wird.

Der Grund, weshalb es dieses Jahr kein Buch gab, ist denkbar einfach: Ich habe die ganze Zeit benötigt, um eine neue Geschichte zu erzählen – meinen ersten rein historischen Roman „Die eiserne Krone“, der 1453 in Konstantinopel spielt. 2014 war ein reines Schreibjahr, aber auch ohne den Trubel einer Veröffentlichung war es turbulent. Der aktuelle Roman erwies sich als ein anspruchsvolles Projekt, meine Arbeit an ihm hatte Höhen und Tiefen. Und zeigte mir wieder einmal, wie wichtig es ist, die richtigen Menschen an der Seite zu haben. Das Team meines neuen Verlags Rowohlt war großartig und hat mich jederzeit unterstützt, wodurch ich auch die schwierigen Zeiten durchstehen konnte. Ebenso meine Agentur, auf deren Hilfe ich mich stets verlassen konnte.

Von außen betrachtet mag ein Jahr ohne Buch für einen Autor wie Tote Tage erscheinen, aber tatsächlich war dieses Jahr ganz allein auf die Geschichte, den Text fokussiert. Noch ist die Arbeit nicht ganz abgeschlossen, denn das Lektorat und damit viel Feinarbeit und Schliff stehen mir noch bevor. Die Nachwirkungen des Romans spüre ich jedoch jetzt schon direkt: Ich bin an ihm gewachsen. Derzeit arbeite ich am nächsten Buch, einem Text, den ich schon einmal begonnen, dann aber zur Seite gelegt habe, da mir bewusst wurde, dass die nötige Reife fehlt; der Idee an sich, aber auch mir als Autor. Mit den Erfahrungen des letzten Jahres gehe ich das Schreiben nun mit anderen Augen an und sehe, dass ich nun bereit für diese Geschichte bin. Ein wundervolles Gefühl, denn Stillstand und Wiederholung sind mir ein Gräuel.

Manchmal sind Tote Tage keineswegs tot. Und im Jahr ohne Buch war ich meinen Büchern näher als zu manch anderer Zeit. Mit diesen Gedanken wünsche ich allen Lesern einen phantastischen Jahresübergang und ein nicht minder phantastisches Jahr 2015!

Und zum Beweis, dass in Toten Tagen manchmal viel passiert, verweise ich auf den nächsten Teil unserer kleinen Blogtour zu den Toten Tagen.

Trackbacks

    Keine Trackbacks

Kommentare

Ansicht der Kommentare: (Linear | Verschachtelt)

  1. Philipp schreibt:

    Das klingt sehr interessant und spannend, lieber Christoph. Ich finde es toll (und tatsächlich sehr reif), wenn ein Autor – egal ob zu Beginn seiner Karriere oder mittendrin) in der Lage ist, den eigenen Reifeprozess auch anzuerkennen.
    Das macht mich noch neugieriger auf den neuen Roman. Nun wünschte ich mir für mich nur mehr Lesezeit, aber man kann ja nicht alles haben. ;-)

  2. karin schreibt:

    Hallo und guten Abend,

    hm, ich denke es kommt auch immer auf das eigene Schreibtempo an und was mich persönlich immer verwundert ist. Wenn Autoren oder Autorinnen schreiben sie haben für ihren Roman "nur" zum Beispiel 6 Monate gebracht.

    Ich empfinde, dass immer als etwas wenig/knapp bemessen und denke, gerade wie in Deinem Fall, Herr Hardebusch ist ein Jahre gerade für einen historischen Roman eigentlich eher knapp bemessen und durchaus realistisch.

    Ich mag historische Romane und bin deshalb schon gespannt auf das Werk.

    LG..Karin..

  3. Christoph Hardebusch schreibt:

    Tatsächlich ist die gesamte Arbeitszeit für mich sehr schwierig abzuschätzen, da ein Roman natürlich sehr viel Arbeit im Vorfeld benötigt und auch nach dem Ende des Schreibprozesses am Text gearbeitet werden muss. Deshalb beziehe ich mich fast immer auf die reine Schreibzeit, da die einfach nachzurechnen ist. Wobei auch da Unterschiede bestehen, denn manche Schreibphasen sind intensiver und produktiver als andere.

    Tatsächlich waren es jetzt für diesen Roman allein an Schreibzeit mehr als ein Jahr. Mein letzter erschien im Herbst 2013, dieser wird im Sommer 2015 erscheinen, also liegen fast zwei Jahre zwischen den Büchern.


Kommentar schreiben


Umschließende Sterne heben ein Wort hervor (*wort*), per _wort_ kann ein Wort unterstrichen werden.
Standard-Text Smilies wie :-) und ;-) werden zu Bildern konvertiert.
Die angegebene E-Mail-Adresse wird nicht dargestellt, sondern nur für eventuelle Benachrichtigungen verwendet.

Um maschinelle und automatische Übertragung von Spamkommentaren zu verhindern, bitte die Zeichenfolge im dargestellten Bild in der Eingabemaske eintragen. Nur wenn die Zeichenfolge richtig eingegeben wurde, kann der Kommentar angenommen werden. Bitte beachten Sie, dass Ihr Browser Cookies unterstützen muss, um dieses Verfahren anzuwenden.
CAPTCHA

 
Kommentare werden erst nach redaktioneller Prüfung freigeschaltet!