Die Wölfe des Gévaudan

Die letzte Woche haben wir wieder einmal in den Gorges du Tarn verbracht, fernab von Telefonen und Internet. Schon R.L. Stevenson schätzte die Gegend, die er mit dem Grautier Modestine durchwanderte - sein Reisebericht ist äußerst unterhaltsam. Der Kurzurlaub war nach dem Stress der letzten Wochen sehr erholsam. Allerdings habe ich mir die Fahnen von „Die Werwölfe“ mitgenommen, damit sie Anfang dieser Woche wieder im Verlag sind, und die letzten Schritte der Produktion beginnen können.



Tatsächlich liegt der „Parc des Loups du Gévaudan“ nicht unweit, viele kennen die Geschichten um die Bestie des Gévaudan und über den Cévennen kreisen manchmal ausgewilderte Geier, so dass es einen besonderen Reiz hatte, in der Hängematte zu liegen und die Fahnen auf Fehler und nötige Korrekturen durchzusehen. Manchmal – da bin ich fast sicher – hörte man in der Ferne das Heulen der Wölfe …

Es hat mir großen Spaß gemacht, das Buch zu schreiben, und mit Abgabe der Korrekturen ist nun der letzte Teil meiner Arbeit beendet. Ab jetzt liegt es in anderen Händen, und im Oktober wird es in das Spannungsfeld Leser-Text-Autor treten, und ich bin schon auf die Reaktionen gespannt.

Als mir die Idee zu „Die Werwölfe“ kam, habe ich lange überlegt, wie ich meine Werwölfe schildern und in die Welt einfügen wollte. Meine ersten eigenen Kontakte hatte ich in Horrorfilmen: Werwölfe als schreckliche Kreaturen, als die animalische Seite der Menschen, die sich ungebeten ihren Weg bahnt und furchtbare Gräuel anrichtet. Andere Darstellungen kamen erst später dazu, als ich mich mehr mit den klassischen Figuren der Horror- und Mysteryliteratur beschäftigte. Ich wollte unterschiedliche Aspekte zusammenzubringen und zu einem sinnvollen Gebilde zu vereinen.

In gewisser Weise ist das Buch auch eine Hommage an die Schwarze Romantik, in der sich viele Anfänge phantastischer Literatur finden lassen. Nicht nur die auftretenden Personen, sondern auch ihre Gedankenwelten haben deutlichen Einfluss auf den Text genommen. Es ist sicherlich ein Buch, das mich noch lange beschäftigen wird.

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Kommentare

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  1. Traumtänzerin schreibt:

    Das _Grautier Modestine_ kommt mir doch sehr bekannt vor =D wenn ich so an den Dichter Franigo denke, der größtenteils zu Fuß durch Favare zurück reiste!;-)

  2. Christoph schreibt:

    Ich muss gestehen, dass ich nach der letzten Cévennen-Reise die historische Modestine als Vorbild genommen habe, immerhin ist Stevenson als Autor von "Die Schatzinsel" untrennbar mit der nautischen Literatur verquickt, und ich habe zahlreiche Anspielungen, Hinweise und Hommagen an Bücher, Geschichten und Autoren in den Sturmwelten untergebracht.

  3. Traumtänzerin schreibt:

    Ich finde es sehr schön, in einem Buch solche Hinweise zu finden. Ich werde bei der erneuten Lektüre der beiden ersten Teile genauer darauf achten- es sei denn Die Werwölfe ist bis dahin erschienen! Mir wurde einmal berichtet, dass in einem Buch die Hauptfigur einen Roman mit dem Titel Sturmwelten liest. Ob es sich dabei um Diese Triologie handeln kann?


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