Recherche
Dieses Wochenende haben wir recht kurzentschlossen unsere Koffer gepackt und sind Richtung Süden gefahren. Wohin, kann man hier sehen:
Richtig: Genf. Man sieht der Stadt an, dass hier ein guter Teil des Privatvermögens der Welt verwaltet wird. Zudem sorgen die ganzen internationalen Organisationen dafür, dass sie trotz der nicht sonderlich beeindruckenden Größe doch kosmopolitisch wirkt.
Aber eigentlich waren wir weniger wegen der Stadt selbst dort, sondern aufgrund des Umlands:
Die Villa Diodati in Cologny
Coppet samt See
Le château de Coppet
Als wir ankamen, war das Wetter noch angemessen regnerisch - wir erinnern uns: Jahr ohne Sommer. Da es nur ein Kurztrip war, logierten wir im Hotel d'Angleterre, das leider nicht mehr das Original von 1765 in Sécheron ist, sondern 1872 neu errichtet wurde. Am Samstag klarte es deutlich auf, was zwar nicht stilecht, aber für die Touren sehr angenehm war. Die Villa ist in Privatbesitz und daher nicht besuchbar, aber das Schloss von Coppet steht Besuchern zum Teil offen.
Die Villa Diodati beherbergte Lord Byron während seines Aufenthalts im Jahre 1816, der dort gemeinsam mit John Polidori und seinen Diener lebte. Häufig zu Gast waren Mary Wollstonecraft Godwin, spätere Shelley und Percy Bysshe Shelley. In der Villa entstanden nicht nur einige von Byrons Werken, sondern auch Mary Shelleys "Frankenstein or The Modern Prometheus" und John Polidoris "The Vampire". Ersteres dürfte eines der bekanntesten Werke überhaupt sein, mit unzähligen Fassungen und Adaptionen in verschiedenen Medien - zumeist allerdings weit vom Original entfernt; Letzteres legte die Grundlage für den modernen Mythos des Vampirs als Gentleman und unerkanntes Raubtier innerhalb der Gesellschaft.
Das Schloss von Coppet kennt man dank seiner berühmten Bewohner: Jacques Necker und vor allem Madame de Staël, die dort in der Verbannung aus Paris durch Napoléon lebte. Ihr Salon war ein Punkt der Anziehung für europäische Geistesgrößen. Das "Land der Dichter und Denker" verdanken wir übrigens ihr ... ![]()
Es war sehr inspirierend, auf den Spuren der Personen zu wandeln, die in "Die Werwölfe" auftauchen. Zwar kannte ich den Genfer See bereits, aber noch einmal die Luft zu schnuppern und die Ausblicke zu genießen, war ein ganz besonderes Erlebnis.










