New York Times Bestseller

Mal ein Blick über den großen Teich, genauer gesagt ein Blick auf die sagenumwobene New York Times Best-Seller List. Die Autorin Lynn Viehl hat in einem Blogeintrag Details zu ihrem Buch "Twilight Fall" erklärt, das auf dieser Liste war. Das Ganze ist natürlich auf Englisch, aber ich fasse es mal zusammen.

Das Buch hatte eine Erstauflage von 88.500 Exemplaren, davon wurden 69.000 bei Erscheinen an Buchhändler verschickt. Weitere 4.000 Exemplare wurden zwei bis vier Wochen später verschickt. Von Anfang Juli bis Ende November verkaufte sich das Buch 64.925 mal. Das Buch war im Juli auf Platz 19 der NYT Mass Market Liste, was dem Taschenbuch bei uns entspricht.

Das Garantiehonorar für das Buch betrug $50.000. Theoretisch hätte Lynn Viehl für die verkauften Bücher $40.484 an Tantiemen bekommen, aber der Verlag behält ungefähr ein Drittel der Tantiemen ein, um diese mit etwaigen Remittenden zu verrechnen, so dass nur $27,721.31 gut geschrieben wurden. Das übersteigt natürlich das Garantiehonorar nicht, weshalb kein Geld ausgezahlt wurde. Das Buch kostet übrigens $7.99 und pro verkauftem Buch gab es etwas über 60 Cent für die Autorin; natürlich wird es eine Staffelung gegeben haben, aber man kann sich grob ausrechnen, wieviel Prozent man als Autorin bekommt.

Lynn Viehl sagt noch, dass sie von den $50.000 nach Abzug aller Ausgaben und Steuern etwa $26.000 als Nettoeinkommen hatte, und dass dies eine gute Quote sei: viele Autoren seien froh, wenn sie 10% Profit machen würden.

Es ist klar, dass es nur ein Buch ist, und nur ein winziger Schnappschuss, aber die Zahlen sind natürlich interessant. Auch in den USA verdienen die meisten Bestseller-Autoren keine Millionen.

Trackbacks

  1. New York Times Bestseller pt.2

    Bevor ich etwas zur Leipziger Messe schreibe (einen kurzen Bericht gibt es bereits hier), möchte ich noch auf einen Blogpost von Lynn Viehl, deren Darkyn-Romane bei Lyx erschienen sind, hinweisen. Es ist der versprochene Nachfolgepost zu "The Realities of

Kommentare

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  1. Pogopuschel schreibt:

    Heist das, dass die 26.000 Dollar Tantiemen nicht zu dem Garantiehonorar dazu kommen, sondern damit verrechnet werden?

  2. Christoph schreibt:

    Genau. Garantiehonorare sind quasi nicht zurückzahlbare Vorschüsse. Tantiemen werden mit ihnen verrechnet.

  3. Andrea schreibt:

    Naja ... es wird eh kaum Leute geben, die schreiben, um reich zu werden.

  4. Christoph schreibt:

    Denkst du? Schreiben, um reich zu zu werden vielleicht nicht, aber der Gedanke, dass man mit Schreiben reich werden kann oder sogar wird, ist nicht so selten. Der Mythos Rowling ist sehr hartnäckig.

  5. Andrea schreibt:

    Da hast du recht.
    Ich meinte auch eher, dass es den meisten Autoren darum wohl nicht geht.

  6. Christoph schreibt:

    Das stimmt wohl. Wem es nur um Geld geht, der wird mit der Schreiberei nicht glücklich werden. Tatsächlich gehört meistens eher eine gewisse Selbstausbeutung dazu. Besser man rechnet das verdiente Geld nicht auf die investierte Arbeit um ... ;-)

  7. JL schreibt:

    Bei Musikern ist das Verhältnis (CD-Verkaufspreis / Einnahmen) fast noch ungünstiger. Man denkt sich manchmal schon, der wichtigste Grund, warum Autoren Verlage wirklich brauchen, ist, daß man Bücher immer noch druckt und hauptsächlich in Läden verkauft. Sonst könnten es zumindest die Bestsellerautoren alle machen wie Radiohead mit ihrem letzten Album.

  8. Christoph schreibt:

    Direktverkauf ist der heilige Gral, derzeit leider für die meisten Autoren ebenso wenig zu erreichen wie dieser für die meisten Ritter. Der Löwenanteil aller Bücher wird immer noch im stationären Buchhandel verkauft, per Print on Demand hergestellte Bücher haben immer noch einen deutlichen Preisnachteil (und wer Auflage druckt muss Geld investieren) und PR im Netz ist weitaus schwerer, als die meisten sich das vorstellen. Ein Buch zu produzieren kostet übrigens nicht gerade wenig Geld: Lektorat, Korrektorat, Satz. Das sind schnell vierstellige Summen, die auch finanziert werden wollen. Und dann hat man noch nichts verdient, sondern nur jede Menge Geld ausgegeben. Wovon lebt man in der Zeit? Bücher publizieren nur für Reiche? Oder das gute alte Mäzenentum?

    Wenn man auf internationaler Ebene agiert und tatsächlich quasi die ganze Welt ansprechen kann, hat man vielleicht bessere Karten, wenn man bereits bekannt genug ist, um das auszunutzen. Für jede Band wie Radiohead gibt es tausende von Bands, die es ebenfalls über das Netz versuchen, bei allen Social Networks sind, sich ein Bein und einen Arm ausreißen und wenig bis gar nichts verkaufen. Es ist im weiten Netz mit seinen Myriaden von Angeboten nicht mal allzu einfach, darauf hinzuweisen, dass es einen gibt, geschweige denn, etwas zu verkaufen.

    Das durchschnittliche BoD-Buch verkauft sich weniger als 100mal. Und ich bin sicher, dass da genug Autoren Werbung machen und sehr, sehr viel Zeit, Arbeit und auch Geld investieren. Bücher verkaufen ist auch so schon schwer genug, wie genug Verlagsautoren bestätigen werden.

    Die Welt verändert sich, und ich bin sicher, dass wir in diese Richtung große Fortschritte machen. Aber dass die ganzen Bestsellerautoren es eben nicht machen, zeigt auch, dass es derzeit noch kaum gängig ist; die sind nämlich gar nicht alle zu doof dafür, oder denken nicht darüber nach.


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