Leipzig Remastered pt.1

Da ich ja mit meiner Agentur reise, gibt es in Leipzig fast das gesamte Programm. So war ich auch dieses Jahr von Donnerstag bis Sonntag auf der Messe, lediglich den Mittwoch schenkten wir uns. In Frankfurt komme ich nur an Tagen, an denen ich auch tatsächlich Termine habe, aber Leipzig ist, wir erinnern uns, einfach eine Messe für Leser. Es gibt eine schier unglaubliche Zahl an Veranstaltungen rund um das Thema Buch und seine Derivate.

Leider lief das WLan im Hotel nicht, weshalb mein ursprünglicher Plan des Live-Bloggings wenig praktikabel war. Fotos habe ich keine geschossen.

Donnerstag

Die Anreise war gewohnt nervig, dieses Jahr mit Stau und Schneeregen. Dank Oliver Plaschkas Begleitung verging sie allerdings wie im Fluge. Zum Glück bemerkte ich vor der Messe noch, dass mein eingesteckter Stift in meiner Jacke ausgelaufen war, so dass ich schnell einen neuen besorgen konnte. Der Hauptanlaufpunkt dieses Jahr war der Stand von Werk-Zeugs, ganz in der Nähe der Fantasyleseinsel. Es ist äußerst angenehm, einen Ort zu haben, an dem man sein Geraffel ablegen kann, und an dem es – frischen! – Kaffee gibt. Das dachte wohl nicht nur ich, denn die ganze Messe über tummelten sich dort Autoren (böse Zungen könnten auch „lungerten“ sagen). Am Donnerstag ist es noch halbwegs leer, und so konnte ich eine ganze Reihe interessanter Gespräche mit ebenso interessanten Menschen führen.

Abends ging es nach einem gemeinsamen Essen mit einigen Kollegen, WerkZeugs und unseren charmanten Gastgebern noch zu der Lesung von Dimitri Glukohvsky in der naTo, der dort seinen Roman „Metro 2033“ vorstellte. Die Lesung war nicht nur gut besucht, sondern auch sehr schick, aber wir sind dann dennoch recht früh ins Hotel zurückgekehrt. Erfahrungsgemäß ist es besser, die Parties eher gegen Ende der Messe zu feiern, da man sonst die halbe Zeit nur als Zombie-Komparse taugt; zudem liest es sich deutlich besser, wenn man keine Kopfschmerzen hat.

Freitag

Am nächsten Morgen war es schon deutlich voller. Die Hallen werden erst um 10 Uhr für das Publikum geöffnet, aber mit Ausstellerkarten kann man bereits vorher hinein. Es ist ein lustiger Anblick, mit leeren Gängen und Ständen, an denen noch gefrühstückt wird. Sobald der Gong ertönt, werden die Absperrungen geöffnet, und die Leute stürmen in die Hallen. Und das Stürmen ist durchaus wortwörtlich zu verstehen.

Der interessanteste Termin am Freitag war das Finale der „Magischen Bestseller“. Vorher habe ich es nur vermutet, jetzt weiß ich sicher, dass meine Lektoren Sadisten sind. Nicht nur mussten die Finalisten ihren Text vorlesen, was dank der offenen Anordnung der Leseinsel und der damit verbundenen Unruhe und dem Hintergrundlärm schon anstrengend genug ist, sie mussten sich auch noch einer – zugegeben kurzen – Fragerunde der Juroren stellen. Leider hatte ich in der Mitte einen Termin, so dass ich nicht alle Texte hören konnte, und als ich wiederkam, war mein Platz so sehr an der Seite, dass ich nur wenig verstanden habe. Ich erzähle sicherlich niemanden etwas neues, aber auch hier noch einmal: gewonnen hat Victoria Schlederer mit »Auf des Teufels Maskerade«. Platz Zwei ging an Lilach Mer und »Der siebte Schwan«. Ich habe kurz gratuliert, aber ich bin mir sicher, dass die Reizüberflutung bereits groß genug war.

Abends fand die Lesung mit Boris Koch, André Wiesler und Bernhard Hennen in der Buchhandlung Ludwig im Hauptbahnhof statt. Moderiert wurde das Ganze sehr souverän von Kathleen Weise. Bahnhofsbuchhandlung klingt nach Enge, aber die Buchhandlung Ludwig ist sehr groß, und wir haben in einem fantastischen Raum gelesen: eine alte Halle, wunderschön restauriert. Mir hat die Lesung sehr viel Spaß gemacht, und es gab eine ganze Reihe Fragen gegen Ende, was immer ein gutes Zeichen ist.

Später habe ich mich noch kurz zu dem Essen vom Verlag mit der Jury und den Finalisten gesellt, bevor wir alle zur traditionellen Party in der Moritzbastei gezogen sind.

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Kommentare

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  1. Ein Zombie-Komparse schreibt:

    Dafür lungert es sich besser mit einer Flasche Merlot im Kopf :-)

    Nächstes Jahr machen wir das besser...

  2. Christoph schreibt:

    Der Trick ist die Absprache: Zombies sind ja in der Masse ohnehin viel gefährlicher.


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