Werwölfe pt. 1

Montag, 27. April 2009

Im Rahmen des Sonntagsgesprächs beim BuchMarkt hat meine Agentin Natalja Schmidt ein Interview gegeben, das nicht nur sehr lesenswert ist, sondern auch einige Informationen zu meinem nächsten Buch verrät:

Christoph Hardebusch schreibt z.B. gerade an einer genau recherchierten, hochinteressanten historischen Fantasy-Story, in der die Dichter Byron, Shelley und Keats als Protagonisten auftauchen – zu lesen ab Herbst bei Heyne.




Die Geschichte spielt in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts, genauer gesagt in den 10er und 20er Jahren. Nach den Verheerungen der Napoleonischen Kriege erholt sich Europa langsam, wobei reaktionäre und konservative Kräfte größtenteils erfolgreich den Status Quo vor der Französischen Revolution herstellen, um den Kontinent in einem Machtgleichgewicht zu halten. Gleichzeitig gibt es aber Strömungen, die nationale Vereinigungen zum Beispiel Italiens oder Deutschlands anstreben, ebenso wie Menschen von Freiheit und Veränderung träumen. Vor dieser Kulisse zwischen Verharren und Aufbruch entfaltet sich die Geschichte des Romans, in der Niccolo, ein junger Italiener aus gutem Hause, hinter der Fassade der Welt auf Geheimnisse stößt, die drohen, alles hinwegzufegen.

Die Recherche zu der Zeit hat meine Bibliothek um einige Bücher zu Kleidung, Lebensformen, Kulturgeschichte, Technik und ähnlichem erweitert. Derzeit schmökere ich ich Biographien und Tagebüchern und Korrespondenz vorkommender Personen. Zum Glück war es eine sehr literarische Zeit, aus der viele Schriftstücke erhalten geblieben sind. Gleichzeitig aber gilt es, die Handlung voranzutreiben; immerhin sind Werwölfe nicht gerade für ihre Zaghaftigkeit bekannt ...

New York Times Bestseller

Sonntag, 26. April 2009

Mal ein Blick über den großen Teich, genauer gesagt ein Blick auf die sagenumwobene New York Times Best-Seller List. Die Autorin Lynn Viehl hat in einem Blogeintrag Details zu ihrem Buch "Twilight Fall" erklärt, das auf dieser Liste war. Das Ganze ist natürlich auf Englisch, aber ich fasse es mal zusammen.

Das Buch hatte eine Erstauflage von 88.500 Exemplaren, davon wurden 69.000 bei Erscheinen an Buchhändler verschickt. Weitere 4.000 Exemplare wurden zwei bis vier Wochen später verschickt. Von Anfang Juli bis Ende November verkaufte sich das Buch 64.925 mal. Das Buch war im Juli auf Platz 19 der NYT Mass Market Liste, was dem Taschenbuch bei uns entspricht.

Das Garantiehonorar für das Buch betrug $50.000. Theoretisch hätte Lynn Viehl für die verkauften Bücher $40.484 an Tantiemen bekommen, aber der Verlag behält ungefähr ein Drittel der Tantiemen ein, um diese mit etwaigen Remittenden zu verrechnen, so dass nur $27,721.31 gut geschrieben wurden. Das übersteigt natürlich das Garantiehonorar nicht, weshalb kein Geld ausgezahlt wurde. Das Buch kostet übrigens $7.99 und pro verkauftem Buch gab es etwas über 60 Cent für die Autorin; natürlich wird es eine Staffelung gegeben haben, aber man kann sich grob ausrechnen, wieviel Prozent man als Autorin bekommt.

Lynn Viehl sagt noch, dass sie von den $50.000 nach Abzug aller Ausgaben und Steuern etwa $26.000 als Nettoeinkommen hatte, und dass dies eine gute Quote sei: viele Autoren seien froh, wenn sie 10% Profit machen würden.

Es ist klar, dass es nur ein Buch ist, und nur ein winziger Schnappschuss, aber die Zahlen sind natürlich interessant. Auch in den USA verdienen die meisten Bestseller-Autoren keine Millionen.

Welttag des Buches

Donnerstag, 23. April 2009

Der ist heute. Passend dazu hat das Aktionsbündnis für faire Verlage eine Pressemitteilung veröffentlicht. Und bis 17 Uhr kann man bei Heyne noch Bücher gewinnen.

Lesungen

Dienstag, 21. April 2009

Diese Woche gibt es noch zwei Lesungen:

Am Mittwoch, den 22.4.2009, 19:30 Uhr in der Erich Kästner Buchhandlung in Döbeln (Obermarkt 6, 04720 Döbeln).

Am Freitag, den 24.4.2009, 20:15 Uhr in der Thalia Buchhandlung Braunschweig (Hutfiltern 9, 38100 Braunschweig) gemeinsam mit Bernhard Hennen. Eintritt 6€, ermäßigt 4€.

Ich werde beide Male aus "Sturmwelten - Unter Schwarzen Segeln" lesen.

Amazon.com

Dienstag, 14. April 2009

Dieses Wochenende hat Amazon in den USA einen kapitalen Bock geschossen: sie haben "adult material" aus den Verkaufsrängen entfernt, und damit die Suche nach Artikeln mit vermeintlich erotischem Inhalt deutlich erschwert. Das betraf vor allem schwule und lesbische Literatur, aber nicht nur. Jede Menge Liebesromane der härteren Art wurden ähnlich behandelt, ebenso wie Ratgeber und Sachbücher zu den Themen. Alles in allem war es ein ziemliches Durcheinander, dem auch Titel wie "Lady Chatterly's Lover" zum Opfer fielen ... 80 Jahre nach Erscheinen.

Das führte zu einem Aufschrei im Internet - zu Recht. Laut einem Artikel bei Publishers Weekly sagt Amazon, dass es sich um einen Fehler gehandelt habe. Am Wochenende haben Mitarbeiter von Amazon aber noch anderes behauptet.

Patrick Nielsen Hayden hat eine eigene Theorie, wie das alles passiert ist. Lesenswert sind, wie oft bei Making Light, auch die Kommentare.

Es ist schwer zu sagen, wo die Wahrheit liegt. Akzeptabel ist diese Art der Zensur aber nicht.

EDIT: Auf seattlepi.com gibt es eine Reaktion von Amazon samt Entschuldigung. Dazu noch einige weitere Einblicke und Links zum Thema.

Ork-Life-Balance

Samstag, 11. April 2009

Da ich – für mich überraschend – häufiger nach meinem Arbeitsplatz gefragt werde, habe ich mal ein Photo gemacht.

Zu sehen ist das Regal links von meinem Schreibtisch. Rechts ist mein Altpapiercontainer; kein schöner Anblick, den ich meinen Lesern gern erspare.

Was ist zu sehen? Auf meinem Schreibtisch steht eine taz-Tasse für Kaffee, eine Flasche Wasser, ein Bild meiner Liebsten und es liegt dort jede Menge Papier. Briefe, Notizen, das Übliche.

Ganz unten auf dem Boden haben wir Bücher, die ich für den aktuellen Text benötige. Nachschlagewerke, Biographien, Originalquellen. Sie haben den Mülleimer geschickt umzingelt.

In den untersten beiden Regalfächern stehen mehr Bücher, allerdings ist das meiste davon Material für die Sturmwelten. Rechts sind Souvenirs, alte Plakate, Belegexemplare von Zeitschriften mit Interviews und dergleichen. Darüber aktuelles Material für die Promotion: Flyer, Autogrammkarten, Poster. Ganz rechts sieht man Druckfahnen. Noch ein Regalbrett höher sind links meine Bücher für Lesungen, rechts Arbeitsmaterial für Autoren, sprich verschiedene Duden und Nachschlagewerke. Davor eine lustige Palette Ladegeräte, da ja jedes Gadget seinen eigenen Standard besitzt. Noch einen drüber sind Belegexemplare meiner Bücher. Und die Socke des Grauens – nur der Silver Surfer wagt sich in ihre Nähe. Darüber Bücher über das Schreiben, der gute Che und der Piratenteddy, ein Geschenk. Ebenso wie die Piratenflagge, die man links so halb erkennen kann. Sie hängt hinter dem Kettenhemd. Damit sind wir auch schon ganz oben, bei ein wenig LARP-Kram, Baron Samedi und einigen Games meist älteren Datums.

Die blaue Kiste enthält Elektronik- und Computerkram. Könnte man ja noch mal brauchen (braucht man aber nie). Davor schwer zu erkennen zwei ferngesteuerte Minihelikopter mit Infrarotwaffen für den Luftkampf.

An der Wand der Kalender für die Termine und einige Karten: Velázquez, die Victory, eine Italienkarte aus der Galleria delle Carte Geografiche in den Vatikanischen Museen.

Und das ist die perfekte Überleitung, um allen ein schönes Ostern mit viel Sonne zu wünschen.

Style

Freitag, 10. April 2009

Derzeit bastele ich - offensichtlich - am Aussehen meines Journals herum, nachdem ich in den letzten Wochen meine Webpage aktualisiert habe. Auch mein Myspace-Profil wurde einer Runderneuerung unterzogen. Man sieht, die Uniformierung meiner Präsenz im Internet schreitet voran ...

Geschriebenes

Donnerstag, 9. April 2009

Frank Dudley schreibt auf seinem Blog noch ein wenig mehr über die RPC. Mein Lächeln auf dem Bild wirkt nicht nur gequält, es ist es. Was nicht an den jungen Damen, sondern vielmehr an meinen allgemeinen Unwohlsein in der Nähe von allzu viel Pink liegt.

Oliver Plaschka schreibt auf der Gazette, was alles nicht in seinem Buch vorkommt. An dieser Stelle dementiere ich entschieden, dass ich meine Finger bei etwaigen Titelverwirrungen im Spiel hatte. "Bis(s) wir uns wiedersehen" ... also bitte!

Bernhard Kempen schreibt über die Übersetzung von Terry Pratchetts "Nation".

Daniela Knor schreibt derzeit über Sonnenkrieger.

Christoph Marzi hingegen schreibt über Bob Dylan (lang), die RPC (kurz) und über Uralte Metropolen.

Und ich sitze an diesem wundervoll sonnigen Tag vor meinem Manuskript und schreibe über ein Jahr ohne Sommer.

RPC '09 und Ausblicke

Montag, 6. April 2009

Dieses Jahr war ich nur am Samstag auf der RPC. Laut einigen Bekannten war es am Freitag wohl noch recht leer, aber am Samstag waren die Hallen sehr gut gefüllt. Geschätzt würde ich sagen, dass es voller als 2008 war. Eine absolute Verbesserung stellte auf jeden Fall das von Werk-Zeugs gemanagte Lesecafé dar. Ein halbwegs abgetrennter Raum mit ordentlich Platz, einer vernünftigen Soundanlage und Versorgung der Lesenden mit Kaffee und Snacks. Dazu viele interessante Autoren, die im Stundentakt ein reichlich vorhandenes Publikum unterhalten haben. Leider hat die RPC es auch dieses Jahr nicht geschafft, die Lesungen ordentlich auf ihrer Homepage anzukündigen - ebenso fehlte übrigens auch eine schnelle Möglichkeit, nach den Details für die Anfahrt zu suchen. Vor Ort war die Organisation dann aber sehr professionell. Ich habe mich die meiste Zeit in Halle 2 aufgehalten und mit Leuten geschwatzt, aber auch die anderen Hallen sahen sehr gut besucht aus.

Frank Dudley, einigen vielleicht noch von der Phantastik-Couch bekannt, hat auf seinem neuen Blog einen ersten Bericht von der RPC gepostet; mehr werden wohl noch folgen.

Eine wundervolle Vorschau auf die RPC hat auch Bild.de geschrieben. Einen Screenshot gibt es beim Cynxpire zu bewundern. Nachtrag: dort gibt es jetzt auch einen Bericht von der RPC.

Eine Messe ist auch immer eine gute Gelegenheit, um Ankündigungen zu tätigen. Der geschätzte Kollege Oliver Plaschka wird seinen nächsten Roman 2010 bei Klett-Cotta veröffentlichen. Arbeitstitel: "Solang wir uns wiedersehen". Wer Hinweise auf den Inhalt möchte, sollte ein wenig in der Gazette stöbern.

Und eine weitere interessante Information: Christoph Lode, bislang für seine historischen Romane mit leicht phantastischem Einschlag bekannt, schreibt derzeit an einem Science-Fantasy-Mehrteiler. Einige Informationen zu den Büchern findet man hier.

Noch ein kleiner Ausblick in eigener Sache: ich war am Wochenende nicht untätig und habe angefangen, die Seiten für "Die Werwölfe" zu erstellen. Noch findet man dort nicht viel, aber ich werde in den nächsten Tagen und Wochen damit anfangen, Informationen und den ein oder anderen Teaser dort einzustellen.

Und nicht vergessen: es gibt noch ein Gewinnspiel.

Wiesler & Friends

Sonntag, 5. April 2009

André Wiesler hat einen eigenen Podcast namens "Wiesler & Friends". In der dritten Episode gibt es einen längeren Mitschnitt meiner Lesung aus "Sturmwelten - Unter Schwarzen Segeln" in Buchhandlung Ludwig anlässlich der Leipziger Buchmesse inklusive der Moderation von Kathleen Weise.

Sturmwelten - Trailer

Mittwoch, 1. April 2009

Der Trailer zu der Sturmwelten-Trilogie wurde noch etwas erweitert und mit Musik versehen:



Erstellt wurde der Trailer von Matt Grandis, die Musik ist von Marcel Schweder.