Erzwungene Pause

Samstag, 30. Juni 2007

Dank des Telekomstreiks kann es sein, dass wir in nächster Zeit in der Warteschleife für einen neuen DSL-Anschluss stecken. Möglicherweise leidet die Frequenz meiner Einträge darunter. Mit ein bisschen Glück können wir uns in der Zeit in ein WLAN einklinken. Aber ich werde die Kommentare für die Dauer meiner Abwesenheit sperren.

Darmstädter Spät-Lese-Abend

Donnerstag, 28. Juni 2007

Die Lesung in Darmstadt im Rahmen des Spät-Lese-Abends war sehr schick. Man merkt, dass Erik Schreiber Erfahrung im Organisieren von Lesungen hat. Hier noch einmal vielen Dank!

Besonders spannend fand ich die Lesung aus Frank Schweizers Roman "Grendl". Der Doktor der Philosophie hat einen lustigen und skurrilen Fantasyroman über Philosophie geschrieben. Obwohl er nur ein kurzes Stück gelesen hat, bekam man definitiv Lust auf mehr.

Einen kurzen Bericht gibt es auf dem Blog von Stephan Bellem, der auch unter den Zuhörern war. Ich denke, sobald sein Debut erschienen ist, wird er auch selbst die eine oder andere Lesung (vielleicht in Darmstadt?) halten.

Präkognition

Mittwoch, 27. Juni 2007

Vorhersehbarkeit in Geschichten hat hauptsächlich drei Ursachen: entweder ist sie vom Autor intendiert, oder sie ist ein Fehler des Autors, oder sie ist dem Autor egal. Nicht immer ist sie schlecht; so mancher Leser freut sich, wenn er oder sie etwas vorher geahnt hat. Das Miträtseln ist nicht selten ein guter Teil des Lesevergnügens. Der Grat ist allerdings schmal; schnell stürzt man in Langeweile ab, weil alles zu vorhersehbar ist.

Es ist sehr einfach, vollkommen unvorhersehbare Ereignisse geschehen zu lassen. Tatsächlich ist nichts einfacher. Viel schwieriger ist es, ein Ereignis so einzubauen, dass der Leser sich an die Stirn schlägt und denkt: "das hätte ich vorher erkennen können". Dabei hat beides seine Berechtigung.

Am Ende läuft es auf ein Grundkonzept hinaus: Das Spiel mit den Erwartungen der Leserin. Wir alle sind kulturell geprägt, deshalb erkennen wir Muster in Geschichten wieder. Als Autor tanz man sozusagen mit dem Leser, führt ihn und dabei manchmal auch an der Nase herum. Das ist natürlich nicht ganz so einfach. Erstens gibt es „den Leser“ nicht. Was für den einen neu, ist für den nächsten sattsam bekannt. Einer mag und will Bekanntes, Neuland soll gar nicht entdeckt werden; ein weiterer sucht gerade das Neue, das Andersartige. Manches kann man nach Genres zuordnen, aber selbst innerhalb dieser Leserschaften gibt es häufig sehr unterschiedliche Gruppen. Zweitens existieren diese Klischees nicht ohne Grund. Viele von ihnen sind stark und deswegen tief in unserer Kultur verankert. Es lohnt sich darüber nachzudenken, ob und was man wie in den eigenen Stil integriert. Und was man von ihnen lernen kann.

Menschen sind Mustererkennungsmaschinen. Darin sind wir gut. Wir glauben, dass wenn B auf A folgt, A der Auslöser für B sein muss. Wir sehen Enten und Knoblauchpressen in Wolken. Das ist sowohl eine Stärke, als auch eine Schwäche. Für Autoren ist das sehr wichtig, denn man muss sich der Muster in den eigenen Geschichten bewusst werden. Man muss diese Muster variieren, vielleicht falsche Muster legen, oder bekannte Muster neu oder überraschend auflösen. Hier und dort ein Muster andeuten, das eigentlich gar nicht existent ist. Dafür muss man sich selbst natürlich mit den Erzählmustern beschäftigen, und genügend Abstand vom eigenen Werk einnehmen können, um relativ abstrakt darüber nachzudenken. Wobei ich sicher bin, dass es auch Autoren gibt, die eine Art Intuition dafür haben, und dies aus dem Bauch heraus machen können.

Ich denke, das gilt für viele Stilmittel und Methoden des Erzählens. Macht man sie gut, sind sie gut. Setzt man sie schlecht ein, werden sie bemerkt und stoßen Lesern sauer auf. Es ist wie mit Cliffhangern. Per se sind die auch nicht gut oder schlecht, lediglich gut oder schlecht eingesetzt.

Leserunde

Montag, 25. Juni 2007

Am 1.7. startet bei Leserunden.de eine virtuelle Leserunde zu "Die Schlacht der Trolle". Wer also immer schon einen Roman gemeinsam mit dem Autor lesen und direkt Antworten auf Fragen erhalten wollte, sollte sich dort anmelden.

Hier gibt es einen Link zu der Leserunde zu "Die Trolle", da kann mal schauen, was einen so erwartet.

Schwierige Passagen

Montag, 25. Juni 2007

In den letzten Tagen habe ich mit einigen nicht gerade einfachen Stellen des Texts gerungen. Neben rein äußerlicher Handlung, vulgo Action, die mir ganz gut von der Hand geht, kommt natürlich das Seelenleben der Figuren nicht zu kurz. Allerdings bergen starke Emotionen immer Risiken; es ist sehr leicht, in Kitsch oder Pathos abzurutschen. Andererseits ist das Leben nun einmal manchmal pathetisch und auch kitschig. Hier ist es wichtig, den richtigen Ton zu treffen. Charaktere in ihrem Leid und ihrer Freude zu zeigen, ohne in Plattitüden abzurutschen oder die Glaubwürdigkeit zu verlieren, ist mir ein besonderes Anliegen. Das bringt es manchmal mit sich, viel Arbeit in ein kurzes Stück Text zu stecken.

Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Nach dem Vorlektorat werde ich es noch einmal überarbeiten, dann kommen mit Lektorat und endgültiger Überarbeitung die letzten Schliffe.

Jedenfalls werden die Figuren doch sehr getriezt. Tatsächlich ist das ein zu schwaches Wort, um den Leidensweg einiger Charaktere zu beschreiben. Als Autor muss man seinen Figuren eben manchmal Dinge antun, an die man eigentlich nicht einmal im Traum denken würde.

Auf der anderen Seite bereitet es mir großes Vergnügen, die Handlung weiter voranzutreiben, und auch der Welt ihren Platz im Text zu überlassen. Auch das ist Arbeit; die Hintergründe sollten so eingebaut werden, dass sie den Lesefluss nicht stören, und sich am Besten aus den Zusammenhängen erklären. Glücklicherweise sind einige Charaktere an den Handlungsorten ebenso fremd wie der Leser.

Phantastik pt.1

Mittwoch, 20. Juni 2007

Nachdem ich ohnehin hin und wieder einen kleinen Überblick über aktuelle Entwicklungen der Fantasy und, etwas allgemeiner, der Phantastik gebe, habe ich mich entschieden, eine eigene Rubrik daraus zu machen. Als Disclaimer vorweg: Das ist natürlich höchst subjektiv und keineswegs fair. Viele interessante Dinge fliegen leider unterhalb meines Radars, der noch dazu nicht besonders gut ist. Wer umfassender informiert werden möchte, sollte sich auf den einschlägigen Seiten umsehen, wie zum Beispiel Phantastik-News oder den Magira News.

Von André Wiesler ist der Roman „Hexenmacher“ erschienen, der erste Teil der Serie „Die Chroniken des Hagen von Stein“.

Zu Stephan R. Bellems (der ja auch hin und wieder hier kommentiert) Debut „Tharador“ gibt es jetzt ein Cover und man kann den Roman vorbestellen. Er ist Teil 1 der Trilogie „Die Chroniken des Paladins“ (viele Chroniken zurzeit ;-) ).

Dass Markus Heitz Band Vier der Zwergen-Bücher für das nächste Frühjahr angekündigt hat, hatte ich ja bereits geschrieben.

Bernhard Hennens „Rabensturm“ ist seit einiger Zeit erhältlich. Es handelt sich um die DSA-Trilogie „Drei Nächte in Fasar“ in einem Band zusammengefasst.

„Drache und Diamant“, der Abschluss der Wolkenvolk-Trilogie von Kai Meyer ist erschienen und gleich auf den Bestsellerlisten eingestiegen. Herzlichen Glückwunsch!

Ein kurzer Blick auf die Bestellerlisten des Buchreports zeigt ohnehin, dass Phantastik momentan auch in der Lesergunst gut dasteht.

Nebenbei, die Vorschauen der größeren Phantastik-Verlage sind so gut wie alle erhältlich. Online gibt es sie unter den jeweiligen Verlagswebpages. Da steckt so manches Juwel drin.

Wer sonst noch erwähnenswerte Neuigkeiten oder Hinweise hat, kann diese wie immer in die Kommentare schreiben.

Recherche pt.3

Montag, 18. Juni 2007

Hier habe ich einmal zehn Gebiete aufgelistet, die bei der Erstellung von Welten und einzelnen Kulturen eine Rolle spielen. Die Reihenfolge ist zufällig und nicht wertend. Das sind nur Teile, die mir fix eingefallen sind. Sicherlich gibt es noch mehr zu beachten, aber die Liste verdeutlicht bereits, wie komplex das Thema ist. Die einzelnen Bereiche haben natürlich keine klaren Trennlinien, bedingen sich gegenseitig, stehen in Verbindung, nehmen Einfluss aufeinander.

1. Sprache – Der Begriff bildet das Ding.

2. Kultur – Kunst, Mode, Architektur, Schriftstellerei.

3. Soziales – Wie funktioniert das Zusammenleben?

4. Militär – Städte mit 500 Einwohnern, aber millionenstarke Heere?

5. Herrschaftsstrukturen – Legitimation und Ausübung von Macht.

6. Lebensweisen & Gedankenwelten – Moderne Menschen in Mittelaltergewandung?

7. Religion – Der Glaube versetzt Berge.

8. Historie – Wie wurde die Welt zu dem, was sie ist?

9. Technik – Ritterrüstungen und Handlaser?

10. Wechselbeziehungen innerhalb der Welt – Außenpolitik, Technikaustausch, Vertrauen und Misstrauen, Krieg und Frieden.

Meine Technik der Recherche ist es, bereits lange vor dem ersten Wort des Texts Ergebnisse der Recherche zu sammeln, zu katalogisieren und, wenn möglich, zu verbinden. So habe ich beim Schreiben bereits eine recht dezidierte Vorstellung der Welt mit ihren vielen Facetten. Selbstverständlich wird diese während des Schreibens noch erweitert; der kreative Prozess endet ja nicht, ebenso wenig die Recherche.

Ein Punkt, in dem viele Autoren mit mir übereinstimmen ist der, dass Recherche häufig die Ausgangsbasis für neue Ideen und Geschichten ist. Man erfährt etwas spannendes, und plötzlich entwickelt man daraus ein Garn, aus dem man Geschichten spinnen kann. Deshalb betreiben viele ihre Recherche mehr oder wenig durchgängig; man weiß ja nie, wann man auf ein Kleinod stößt, das den Kern einer Idee bilden wird. Wenn ich zum Beispiel bei der Recherche für aktuelle Projekte etwas finde, das mir gefällt aber nicht passt, dann wird das für eine spätere Verwendung festgehalten.

In den nächsten Einträgen über Recherche werde ich mich mit dem Handwerk der Recherche beschäftigen; wo und wie kann man recherchieren, und wie sortiert und speichert man die ganzen Ergebnisse so, dass man sie auch zum richtigen Zeitpunkt wiederfindet.

Trollblut-Vorschautext

Montag, 18. Juni 2007

Den gibt es hier.

5. Auflage

Donnerstag, 14. Juni 2007

Gerade eben kamen die Belegexemplare mit der Post: "Die Trolle" ist jetzt in der 5. Auflage.

Aus aktuellem Anlass

Mittwoch, 13. Juni 2007

Für gewöhnlich beschränke ich mich in diesem Journal bewusst auf meine professionelle Arbeit, das Schreiben, sowie auf wenige persönliche Angelegenheiten. Aber man lebt als Autor natürlich in einer Gesellschaft, in einem Staat. Und in dem hat es jüngst einige Vorfälle gegeben, die mich dazu bringen, folgende Leseempfehlung aussprechen: die Graphic Novel „V for Vendetta“, auf deutsch „V wie Vendetta“ von Alan Moore. Wer möchte, kann gerne auch auf die Verfilmung zurückgreifen.

Bonusmaterial

Montag, 11. Juni 2007

Ich habe jetzt die Kurzgeschichte "Flucht" auf meine Webpage (unter Specials-Bibliothek) gestellt. Alternativ kann man sie auch hier als gezipptes .doc (7 kB) runterladen.

Es ist eine Geschichte, die explizit zum Vortragen oder Vorlesen geschrieben wurde. Zuhörer haben weniger Zeit zum Nachdenken und Verstehen als Leser. Ich habe versucht, mich kurz zu fassen und die Geschichte knackig zu halten; wenn man bedenkt, dass aus meinen Ideen normalerweise 800 Seiten werden, bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden ... ;-)

Nominierung

Sonntag, 10. Juni 2007

Eben hat mich Christoph Marzi darauf aufmerksam gemacht, dass "Die Trolle" für den Deutschen Phantastik Preis in der Kategorie bestes Roman-Debut nominiert ist. Zu finden gibt es die Info auf Phantastik-News.de.

Vielen Dank an alle, die für die großen Grauen gestimmt haben, und herzlichen Glückwunsch all den Nominierten. Zwischen diesen illustren Namen zu stehen, macht mich schon ein wenig stolz.

Geschehnisse im Elbenwald

Sonntag, 10. Juni 2007

Das Elbenwald Spektakel war eine sehr schöne Veranstaltung. Wir sind Freitag abends angekommen, haben noch ein wenig Schelmisch angehört, um dann nachher die Lagerfeuer-Lesung zu bestreiten. Die Besucher waren durchweg gut drauf, was die Lesung natürlich auch sehr angenehm gemacht hat. Ich habe eine kurze Geschichte gelesen, die ich extra geschrieben habe. Sobald ich sie noch einmal geschliffen habe, stelle ich sie auch hier und auf meiner Webpage online. Die anderen Geschichten reichten von Piraten (von Markolf Hoffmann mitreissend erzählt), über Vampire und Cyberspace, bis hin zu Morden im historischen Hamburg (Tom Finn hat aus seinem phantastischen Thriller "Der Funke des Chronos" gelesen. Dank der verteilten Rollen und des Plattdeutschen ein wahrer Ohrenschmaus).

Die Lesung am Samstag gefiel mir auch sehr gut; das Publikum war nett und interessiert. Wir sind aber schon mittags aufgebrochen, weil wir eigentlich noch die Premiere von Toms Robin-Hood-Theaterstück ansehen wollten. Leider hatten wir eine Panne, weshalb das ausfallen musste.

Hier noch ein kurzer Eindruck der tollen Atmosphäre der Lagerfeuer-Lesung. Mehr Bilder gibt es beim nächsten Update der Webpage unter Specials - Lesungen. Vielleicht findet sich da ja der eine oder andere wieder:


Trollblut-Cover

Freitag, 8. Juni 2007

Das Cover von Arndt Drechsler, noch ohne Titel:

Elbenwald Spektakel

Freitag, 8. Juni 2007

Heute Abend beginnt um ca. 22:30 Uhr die Lagerfeuer-Lesung auf der Burg Bilstein (Von-Gevore-Weg 10, 57368 Lennestadt). Mit dabei werden Markolf Hoffmann, Thomas Finn, Friedhelm Schneidewind, Dr. Frank Weinreich und meine Wenigkeit sein.

Morgen lese ich dann um 11 Uhr noch einmal gesondert aus „Die Schlacht der Trolle“.