Dienstag, 6. Februar 2007
FĂŒr das neue Projekt habe ich eine gröĂere Bestellung an Sach- und FachbĂŒchern sowie einigen belletristischen Titeln getĂ€tigt.
Aus diesem Anlass ein paar Worte zur Recherche. FĂŒr mich persönlich ist Recherche nicht nur wichtig fĂŒr das Buch, sondern auch eine Freude. Ich stĂŒrze mich gerne in neue Themengebiete, wobei mir gerade Historisches sehr liegt und meinen Interessen entgegen kommt.
Ich kenne die âFantasy muss nicht recherchiert seinâ Fraktion, die sagt, dass man sich einfach alles ausdenken kann. Es ist auch ein hĂ€ufig von auĂen herangetragener Vorwurf. Vielleicht ist das bei einigen so. FĂŒr mich kann ich das allerdings ganz und gar nicht unterschreiben. Ich benötige Wissen, um die ZusammenhĂ€nge und Details schlĂŒssig und logisch zu entwickeln. Ich brauche ein Fundament, auf dem ich meine Ideen platzieren kann.
Wer eine ganze Kultur erschaffen will, sollte besser Ahnung davon haben, wie Kulturen entstehen, sich gegenseitig beeinflussen, sich verÀndern. Wer neue Wesenheiten im Kopf hat, sollte sich Gedanken machen, wie eine andere Physiognomie die Weltsicht und das Verhalten verÀndern kann. Oder warum das Aussehen sich so entwickelt hat, welchen Vorteil es bot (wenn es denn Evolution gab, oder wenn eine höhere Macht es so erschaffen hat).
Fantasy orientiert sich hĂ€ufig an realen Zeitepochen. Sehr beliebt ist das Mittelalter; hier und da auch die Antike. Wenn man also aus diesen Zeiten viele Dinge 1zu1 ĂŒbernimmt, sollte man etwas darĂŒber wissen, was man da eigentlich benutzt. Warum es so ist, wie es ist. Welche Geschichte es hat, welche Entwicklungen es durchlaufen hat. Welchen kulturellen Hintergrund es gibt, wie es in die Kultur eingebettet ist. Dabei kann es um einfache Dinge wie Kleidung gehen, aber ebenso um so komplexe Fragen wie Herrschaftsstrukturen oder ganze Lebensformen. Vieles ist miteinander verzahnt und vernetzt; herausgerissen aus seiner Umgebung ergibt manches nicht unbedingt einen Sinn.
Deshalb mein PlĂ€doyer fĂŒr grĂŒndliche Recherche. Auf der Basis von Wissen kann meine Phantasie erst richtig abheben; das Wissen ist sozusagen die Start- und Landebahn dafĂŒr.
Zum Thema Recherche werde ich mich wohl noch das eine oder andere Mal Ă€uĂern, da sie mich in nĂ€chster Zeit neben den laufenden Projekten vorrangig umtreiben wird