Wenn einer eine Reise tut...

Samstag, 26. August 2006

Frisch zurück aus Erlangen kann ich ja ein wenig berichten. Wie es so ist, auch gute Planung kann durch volle Straßen, Staus und schlechtes Wetter durcheinander geworfen werden. So kamen wir denn genau passend zur Vorbesprechung in Erlangen an, anstatt noch ein wenig Zeit zu haben. Während meine Freundin uns im Hotel Grauer Wolf eincheckte, ging ich schon einmal vor zum Treffpunkt.

Die Orangerie war von den Organisatoren wunderbar vorbereitet worden. Die Wolfbrothers hatten für großartiges Ambiente gesorgt und standen in gewaltigen, über zwei Metern großen Rüstungen vor dem mit Fackeln gesäumten Eingang und wiesen den Weg. Sehr imposant; die Gerüsteten waren in der Pause auch sehr für Photos begehrt. In den Nischen des schönen Saales standen Nazgûl und gelesen wurde auf dem nachgebauten Thron der Eishexe aus dem Film „Chronicles of Narnia“.

Vor den Lesungen wurden Ausschnitte aus einigen Fantasyfilmen gezeigt, die einen guten Querschnitt boten. Ich war als erster Autor eingeplant. Da einerseits die Zeit knapper war, als bei Einzellesungen, andererseits das Publikum gemischter, hatte ich mich für zwei kürzere Szenen entschieden, die thematisch zum Abend passen sollten. Mit Mikrofon zu lesen hat deutliche Vorteile. Man kann die verschiedenen Rollen besser ausfüllen, und auch einmal flüstern, wenn es passt, weil man nicht immer laut sprechen muss. Mir hat die Lesung sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich vorher, wie üblich, Lampenfieber hatte. Danach lasen Monika Felten und Dieter Winkler aus ihren Werken, was wirklich spannend war. Nach einer kurzen Pause, in denen wir einige Bücher signierten, ging es mit der Lesung samt Tanzperformance von Roland Rosenbauer und Sulamid weiter. Den Abschluss bildete ein Film über Island, der einen Blick auf den Umgang der Isländer mit ihren Sagen und Mythen bot.

Bedauerlich fand ich, dass es wenig Interaktion zwischen Autoren und Publikum gab. Es waren wohl zwischen 140 und 150 Zuhörer da, die ein interessantes und breit gemischtes Publikum ergaben, das sicherlich interessante Fragen hätte stellen können.

Ich hoffe, dass ich später noch Bilder auf meine Website packen kann, denn das Ambiente war wirklich sehenswert.

Vielen Dank auf jeden Fall an die Organisatoren, die wirklich Beeindruckendes geleistet haben. Auf der Rückfahrt war die Strecke übrigens weitaus schneller zu bewältigen. Wenn man vorher gewusst hätte, dass die Bahn so voll ist, dann hätte man sich sicherlich einigen Stress erspart. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Staupilot.

Poetisch

Freitag, 25. August 2006

Heute geht es los Richtung Erlangen, zum 26. Erlanger Poetenfest. Leider ist das Wetter nicht besonders, weswegen die Phantastische Nacht unter dem Titel Elfen, Trolle, Traumgestalten wohl nicht im Schlossgarten, sondern eher in der Orangerie stattfinden wird. Aber die Vorbesprechungen mit den Organisatoren deuten an, dass es auch so ein fantastischer Abend werden wird. Ich bin jedenfalls äußerst gespannt auf Atmosphäre und Kulisse. Außerdem freue ich mich auf die ganzen Kollegen, die man treffen wird.

Das Line-Up des Poetenfestes ist insgesamt sehr beeindruckend und ich werde mich auf jeden Fall auch nach der Lesung ein wenig herumtreiben und verschiedene Veranstaltungen und Lesungen besuchen.

Wirklich schade, dass dieses Jahr das Wetter so wechselhaft ist. Im Freien zu lesen ist schon etwas Besonderes. Leider ließ sich der Regen für August nicht vorhersehen. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Wetterfrosch.

Apropos Reisen

Sonntag, 6. August 2006

Was nicht jeder weiß: zum Leben als Schreiberling gehört mehr als nur vor der Tastatur zu sitzen und der Phantasie freien Lauf zu lassen. Zum Beispiel veranstalten viele Autoren ganz gerne Lesungen. So auch ich. Letztes Wochenende war ich zu diesem Behufe in Belgien, allerdings nur ganz knapp hinter der Grenze, wenige Kilometer von Aachen entfernt. Dort fand das Schicksalsfest IV statt, und ich habe eine Lesung angeboten, während meine Agentinnen einen Workshop für angehende Fantasyautoren zum Thema „Schreiben und Veröffentlichen“ gehalten haben. Wäre die Anfahrt nicht von Baustellen, Stau und Gewitter geprägt gewesen, hätte sie wohl nicht sechs Stunden gedauert, so kamen wir allerdings recht gestresst an.

Untergebracht waren wir in einer Ferienanlage, die kinoreif ist. Es gab die drolligsten 70er Jahre Impressionen, die ich seit langem gesehen habe. Besonders hübsch war das Schwarzweiß-Poster mit der Dame in Unterwäsche über dem Bett, auf dem der verheißungsvolle Titel „Night Games“ stand. Die Unterkunft war zwar erheiternd, aber durchaus komfortabel, also richteten wir uns ein und begaben uns zu der Eyneburg. Diese ist eine wirklich wunderschöne, mittelalterliche Anlage, die geradezu perfekt für Veranstaltungen wie das Schicksalsfest geeignet ist. Die Spaziergänge über das Gelände, auf dem viele verschiedene Workshops stattfanden, waren ein echter Genuss.

Meine Lesung war am Samstag. In einem so schönen Gemäuer zu lesen, ist natürlich etwas Besonderes. Inzwischen hält sich mein Lampenfieber auch halbwegs in Grenzen, obwohl ich immer noch nervös bin. Überraschend waren die wenigen Fragen nach der Lesung, da bin ich eigentlich mehr gewöhnt. Dafür habe ich mich nachher noch mit einigen Zuhörern sehr nett unterhalten.

Die Verpflegung wurde von einem professionellen Katering-Service organisiert und war wirklich erstklassig. Höhepunkt des Schicksalsfestes war das Konzert von Fiddler’s Green mit anschließender Feuershow.

Alles in allem war es ein sehr schönes und unterhaltsames Wochenende und mein Dank geht an das Organisationsteam des Schicksalsfestes. Leider habe ich es nicht geschafft, an einem der interessanten Workshops teilzunehmen und es so verpasst mir einen Bogen zu bauen. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Bogenschütze.