Wenn einer eine Reise tut...

Samstag, 26. August 2006

Frisch zurück aus Erlangen kann ich ja ein wenig berichten. Wie es so ist, auch gute Planung kann durch volle Straßen, Staus und schlechtes Wetter durcheinander geworfen werden. So kamen wir denn genau passend zur Vorbesprechung in Erlangen an, anstatt noch ein wenig Zeit zu haben. Während meine Freundin uns im Hotel Grauer Wolf eincheckte, ging ich schon einmal vor zum Treffpunkt.

Die Orangerie war von den Organisatoren wunderbar vorbereitet worden. Die Wolfbrothers hatten für großartiges Ambiente gesorgt und standen in gewaltigen, über zwei Metern großen Rüstungen vor dem mit Fackeln gesäumten Eingang und wiesen den Weg. Sehr imposant; die Gerüsteten waren in der Pause auch sehr für Photos begehrt. In den Nischen des schönen Saales standen Nazgûl und gelesen wurde auf dem nachgebauten Thron der Eishexe aus dem Film „Chronicles of Narnia“.

Vor den Lesungen wurden Ausschnitte aus einigen Fantasyfilmen gezeigt, die einen guten Querschnitt boten. Ich war als erster Autor eingeplant. Da einerseits die Zeit knapper war, als bei Einzellesungen, andererseits das Publikum gemischter, hatte ich mich für zwei kürzere Szenen entschieden, die thematisch zum Abend passen sollten. Mit Mikrofon zu lesen hat deutliche Vorteile. Man kann die verschiedenen Rollen besser ausfüllen, und auch einmal flüstern, wenn es passt, weil man nicht immer laut sprechen muss. Mir hat die Lesung sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich vorher, wie üblich, Lampenfieber hatte. Danach lasen Monika Felten und Dieter Winkler aus ihren Werken, was wirklich spannend war. Nach einer kurzen Pause, in denen wir einige Bücher signierten, ging es mit der Lesung samt Tanzperformance von Roland Rosenbauer und Sulamid weiter. Den Abschluss bildete ein Film über Island, der einen Blick auf den Umgang der Isländer mit ihren Sagen und Mythen bot.

Bedauerlich fand ich, dass es wenig Interaktion zwischen Autoren und Publikum gab. Es waren wohl zwischen 140 und 150 Zuhörer da, die ein interessantes und breit gemischtes Publikum ergaben, das sicherlich interessante Fragen hätte stellen können.

Ich hoffe, dass ich später noch Bilder auf meine Website packen kann, denn das Ambiente war wirklich sehenswert.

Vielen Dank auf jeden Fall an die Organisatoren, die wirklich Beeindruckendes geleistet haben. Auf der Rückfahrt war die Strecke übrigens weitaus schneller zu bewältigen. Wenn man vorher gewusst hätte, dass die Bahn so voll ist, dann hätte man sich sicherlich einigen Stress erspart. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Staupilot.

Poetisch

Freitag, 25. August 2006

Heute geht es los Richtung Erlangen, zum 26. Erlanger Poetenfest. Leider ist das Wetter nicht besonders, weswegen die Phantastische Nacht unter dem Titel Elfen, Trolle, Traumgestalten wohl nicht im Schlossgarten, sondern eher in der Orangerie stattfinden wird. Aber die Vorbesprechungen mit den Organisatoren deuten an, dass es auch so ein fantastischer Abend werden wird. Ich bin jedenfalls äußerst gespannt auf Atmosphäre und Kulisse. Außerdem freue ich mich auf die ganzen Kollegen, die man treffen wird.

Das Line-Up des Poetenfestes ist insgesamt sehr beeindruckend und ich werde mich auf jeden Fall auch nach der Lesung ein wenig herumtreiben und verschiedene Veranstaltungen und Lesungen besuchen.

Wirklich schade, dass dieses Jahr das Wetter so wechselhaft ist. Im Freien zu lesen ist schon etwas Besonderes. Leider ließ sich der Regen für August nicht vorhersehen. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Wetterfrosch.

To boldly go...

Montag, 21. August 2006

Ich wurde gerade darauf aufmerksam gemacht, dass es die eine oder andere skurrile Verknüpfung mit meinem Namen im Internt gibt. Beim Googeln (Achtung: korrekter Gebrauch, denn es wurde mit der Suchmaschine Google im Internet gesucht) stieß jemand auf zwei Ergebnisse, die ich den Lesern nicht vorenthalten möchte:

Christoph Hardebusch und Kriegsgefangenschaft

Christoph Hardebusch und Sodomie

Man schreibt ein harmloses Buch über menschenfressende Kreaturen und dann so etwas. Jetzt muss ich mich mal tiefer in die Niederungen des Netzes begeben; vielleicht finden sich ja noch mehr interessante Verbindungen. Wer hätte das gedacht? Also ich nicht. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Suchmaschinenoptimierer.

Die kleinen Dinge

Sonntag, 20. August 2006

Obwohl ich mich schon sehr intensiv mit den verschiedenen Kulturen auseinander gesetzt habe, kommen mir immer mal wieder neue Ideen zu ihnen. Das liegt vermutlich daran, dass ich mich auch weiterhin mit Recherche beschäftige, auch weil es mir einfach Spaß macht. Besonders wichtig ist mir dabei allerdings, dass die internen Details stimmig bleiben. Es hat mich schon so manches Mal beim Lesen eines Romans gestört, wenn ich das Gefühl hatte, dass die Völker und Kulturen inkonsistent sind. Dabei kommt es auch auf die kleinen Details an, die hier und da auftauchen. Es ist ein wenig wie beim Kochen; stimmen die Zutaten, ergibt sich ein leckeres Gericht; passen sie nicht zueinander, schmeckt es bestenfalls seltsam, auch wenn alle einzelnen Ingredienzien gut sind. Selbst die falschen Gewürze können einem das Essen schon verderben.

Deswegen bemühe ich mich, den Überblick zu bewahren und die Traditionen und Kulturen der Bewohner des Landes zwischen den Bergen in sich stimmig zu halten. Der Hintergrund ist mir sehr wichtig; ich habe sehr viel Arbeit und Hirnschmalz in das Land und seine Bewohner gesteckt, damit die Welt für die Leser plastisch werden kann. Der Hintergrund ist keineswegs nur Staffage, vor der Helden agieren, sondern ein elementarer Teil der Geschichte, vor allem auch der Geschichte der Prota- und Antagonisten. Mir ist bewusst, dass es in der Fantasy verschiedene Genres gibt, die der Hintergrundwelt nur eine geringe Wichtigkeit beimessen, aber für mich als Leser, und auch als Autor, ist der fiktive Hintergrund ein Teil des Spaßes.

Lange Rede, kurzer Sinn: ich versuche eine Welt zu erschaffen, die nicht nur vor den inneren Augen meiner Leser erscheint, sondern die auch als stimmig und plausibel empfunden wird. Die Kulturen, die Geschichte und die Traditionen der Bewohner spielen dabei eine große Rolle, bilden sie doch das Fundament der Charaktere, deren Erlebnisse den Roman vorantreiben. Und wie die einzelnen Charaktere auf die Geschehnisse reagieren, liegt natürlich auch in ihrem Hintergrund begründet.

Ein spannendes Thema, dem ich sicherlich noch mehr Einträge widmen werde. Es macht mir Spaß, fremde Kulturen zu entdecken, und noch mehr Spaß, eigene Kulturen zu erfinden. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Ethnologe.

Danke

Dienstag, 15. August 2006

Heute nur ein kurzer Eintrag; ich war generell faul und habe den Tag mit unnützem Zeug verstreichen lassen.

Die Erstauflage von Die Trolle betrug 60.000 Exemplare. So wie es aussieht, ist sie komplett verkauft. Das ist ausgesprochen erfreulich. Einerseits muss ich jetzt nicht mehr nachts schweißgebadet aus den Flop-Albträumen erwachen. Andererseits darf ich mich bei den Lesern bedanken, die das alles überhaupt ermöglicht haben.

Also: Vielen Dank.

Ab morgen bemühe ich mich dann wieder, ein gutes Buch zu schreiben.

So, dann werde ich mir jetzt mal Riddick auf DVD reinziehen. Ist kein toller Film, aber ich kann die recht hirnlose Action trotzdem genießen. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Filmkritiker.

Kobra, übernehmen sie

Montag, 14. August 2006

Die wundersame Welt des Buchmarktes hat schon so manchen überfordert. Es fallen seltsame Begriffe wie Barsortimenter, Kollationieren, Mischkalkulation und vielerlei lustige Dinge mehr. Derjenige, der einfach nur ein Buch geschrieben hat und dieses gerne in gedruckter Form sehen würde, hat natürlich vom Literaturgeschäft wenig Ahnung. Deshalb kommen wir jetzt zum Thema dieses Eintrags, das viele angehende Autoren beschäftigt: Literaturagenten. Denn diese haben naturgemäß das beim Autor vielleicht fehlende Wissen und versprechen, dieses gewinnbringend einzusetzen.

Sind die notwendig? Was machen die eigentlich? Was kosten die? Sind das echte Menschen oder Buchverkaufsroboter? Alles häufig gestellte Fragen. Ich beantworte diese mal aus meiner Sicht. Ohne meine Literaturagentur Schmidt & Abrahams GbR würde ich wohl kein Autorenjournal führen, weil ich vermutlich kein Buch veröffentlicht hätte; schon gar keinen Bestseller.

Literaturagenten haben Kontakte in den Lektoraten der Verlage. Sie kennen die Lektoren, das Programm und den Verlag. Sie wissen, wo man welches Manuskript wie anbieten sollte. Sie erreichen, dass einem Manuskript Aufmerksamkeit geschenkt wird, da sie für die Verlage eine Art Filterfunktion erfüllen. Ein Agent, der auf seinen Ruf achtet, wird einem Verlag keine schlechten Manuskripte senden. Deshalb sind Einsendungen durch Agenturen eher von Interesse für Verlage. Zudem agieren Agenten als Puffer zwischen Autor und Verlag, sie geben Informationen in beide Richtungen weiter und leiten so manches Mal eine Zusammenarbeit ein. Und sie übernehmen die Vertragsverhandlungen, im besten Fall können Agenten sogar eine Versteigerung durchführen, bei der verschiedene Verlage für ein Manuskript bieten. Durch ihr Wissen können Literaturagenten bessere Konditionen für den Autor verhandeln. Eine seriöse Agentur wird irgendwas zwischen 10% und 20% von den Einnahmen des Autors verlangen. Natürlich nur bei erfolgreichem Abschluss eines Vertrags, keinesfalls im Voraus. Da man vermutlich bessere Verträge bekommt (oder gar: überhaupt Verträge), lohnt sich das für den Autor dennoch. Agenturen binden Autoren gerne für längere Zeit, wenn diese den nötigen Einsatz zeigen, deshalb sollte die Chemie zwischen Autor und Agent stimmen. Außerdem sind manche Agenturen auf bestimmte Genres spezialisiert; man sollte darauf achten, wenn man sich bewirbt.

Für mich war und ist die Agentur ein Segen. Weil sie mir erlaubt, mich auf das zu konzentrieren, was mir Spaß macht, nämlich das Schreiben. Ich kann darauf vertrauen, dass für mich die besten Verträge ausgehandelt werden und dass der Agentur meine Arbeit und mein Erfolg ebenso wichtig sind, wie mir selbst.

Literaturagenturen sind in anderen Ländern noch üblicher als in Deutschland. Aber auch hier sind sie stark im Kommen. Das liegt sicherlich auch daran, dass die Lektorate eher verkleinert werden und so mancher Lektor zum Literaturagent geworden ist. Es ist eine Form des Outsourcings für die Verlage, sie verlagern einen Teil der Arbeit an die Literaturagenturen.

Nun zum Problem: bei einer Agentur unterzukommen ist für den Schriftstelleraspiranten häufig nicht einfacher, als direkt einen Verlag zu finden. Agenten sieben ebenso rigoros aus, leben sie doch von ihrem Ruf. Zudem engagieren sich seriöse Agenturen kaum im Kleinverlagsbereich, denn dort ist die Gewinnspanne sehr gering. Schwarze Schafe gibt es in jeder Branche, deshalb noch eine Warnung: Autoren werden für das Veröffentlichen von Büchern bezahlt, nicht anders herum. Geld fließt von einer Agentur zum Autor, nicht in die andere Richtung.

Hier noch eine Liste mit Literaturagenturen vom Uschtrin Verlag. Das Handbuch für Autorinnen und Autoren des Uschtrin Verlags ist übrigens sehr empfehlenswert.

Ich für meinen Teil bin mit meiner Agentur mehr als nur zufrieden. Es würde mir deutlich schwerer fallen, mich ohne ihre Hilfe durch den Dschungel des Buchmarktes zu schlagen. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Literaturagent.

Schambereich

Freitag, 11. August 2006

Manchmal ist es gar nicht so einfach, den eigenen Schambereich zu verlassen. Wie das gemeint ist? Nun ja, als Autor muss man manchmal in Gegenden vorstoßen, die im normalen sozialen Umgang eher tabuisiert werden. Man kann sich da natürlich drum herum mogeln, nur würde ich das als feige ansehen. Außerdem ist es langweilig, wenn der Autor eines Textes um interessante Stellen einen Bogen macht, nur weil es nicht einfach ist, diese zu schreiben.

Sex, Zahnarztbesuche, Emotionen. Das erfordert einerseits ein wenig Empathie, andererseits aber auch ein sorgfältiges Arbeiten mit Worten. Ich möchte die Szene ja angemessen darstellen, ohne ins Lächerliche oder ins Klischee abzurutschen. Beides ist leider nur allzu leicht, wenn man nicht aufpasst.

An so einer Szene arbeite ich gerade. Sex, Zahnarztbesuch, vielleicht gar beides? Das wird noch nicht verraten. Aber ich kann sagen, dass es manchmal ein wenig Überwindung kostet, sich den gesellschaftlichen Konventionen zu entziehen. Aber es lohnt sich. Die Szenen sind nachher plastischer, echter, einfach besser. Als Autor hat man vielleicht sogar die Pflicht, sich hin und wieder über Tabus hinweg zu setzen. Nur so entstehen wirklich gute Bücher.

Und zudem ist die Aufmerksamkeitsspanne der Testleser gleich viel höher, wenn das Thema kontrovers und spannend ist. Da kommt so einiges an Rückfragen, die ich dann nicht beantworte. Aber ich bin ja auch Schreiberling und nicht Doktor Sommer.

Leseproben

Mittwoch, 9. August 2006

Nicht selten bekomme ich Anfragen, ob ich denn nicht einen Roman/eine Kurzgeschichte/einen neunbändigen Zyklus/das Lebenswerk eines hoffnungsvollen Autors lesen und kritisieren könne. Zunächst einmal schmeichelt es mir natürlich sehr, dass man meine Kompetenz so hoch einschätzt, dass man mir sein Werk zur Begutachtung geben möchte. Aber dann wird schnell klar, dass ich die Hilfe in der gewünschten Form gar nicht liefern kann.

Zum einen ist nicht jeder, der schreibt, auch entsprechend befähigt, andere Texte zu kritisieren. Schon gar nicht sie so zu kritisieren, dass der Verfasser etwas daraus lernt. Dafür gibt es im Verlagswesen Lektoren: Menschen, deren einziger Lebenszweck es zu sein scheint, Autoren das Leben schwer zu machen. Gut, das war ein Scherz, aber die Aussage steht: Autoren müssen keine guten Lektoren sein. Anders herum stimmt es auch, gute Lektoren sind nicht notwendigerweise gute Autoren.

Zweitens steckt ein erheblicher Aufwand dahinter, wenn man einen Text tiefgehend betrachtet und liest. Zumal die Leseproben häufig von nicht gerade unimposanter Länge sind. Das kostet Zeit und Energie, die so mancher Autor vermutlich lieber in sein eigenes Werk stecken würde. Andere Menschen, nämlich Lektoren, werden für diese Arbeit bezahlt.

Drittens ist die Hoffnung, dass man über den Autor eine Abkürzung zum Verlag schlagen kann in den meisten Fällen verfehlt. Autoren haben genug damit zu tun, ihre eigenen Ergüsse an den Verlag zu bringen. Schreiben und vom Schreiben leben ist nicht einfach.

Viertens möchte ein Autor nicht in den Verruf geraten, eine Idee oder gar einen ganzen Text plagiiert oder gestohlen zu haben. Das ist meistens reiner Selbstschutz.

Mein Tipp wäre, sich lieber einen Zirkel von Gleichgesinnten zu suchen. Testleser, die vielleicht selber schreiben und nach dem Eine-Hand-wäscht-die-andere-Prinzip Texte lesen und kritisieren. Solche Gruppen findet man auch im Internet; man sollte sich aber eine suchen, die zu einem passt. Auch ein Blick in einen Schreibratgeber schadet selten. Häufig stehen da ganz interessante Dinge drin. Auf die lange Sicht lernt man so sicherlich weitaus mehr, als aus einer einzigen Kritik.

Auf der sehr informativen Webpage von Andreas Eschbach findet man in der Rubrik Übers Schreiben viele Tipps für aufstrebende Autoren, die Herr Eschbach im Laufe der Zeit gegeben hat.

Zuguterletzt: Ich kann schon rein zeitlich nicht jeden potentiellen Text gründlich lesen. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Lektor.

Das Hirn hört mit

Montag, 7. August 2006

Musikuntermalung beim Schreiben: Manche Autoren schwören drauf, andere können so kein Wort auf den Bildschirm bringen. Ich selber gehöre irgendwo in die Mitte: Musik gerne, aber bitte ohne Lyrics. Vor allem keine Musik, die Texte in der gleichen Sprache hat, in der ich schreibe. Da kommt mein Hirn vollkommen durcheinander und meine eigenen Texte werden, sagen wir mal: sonderbar.

Bleibt für mich Instrumentalmusik. Da bietet natürlich die Klassik ein weites Feld, in dem man als Autor friedlich grasen kann. Allerdings gibt es auch zeitgenössische Instrumentalmusik, die sich recht gut zur Begleitung des Schreibens eignet: Filmmusik, neudeutsch Soundtrack. Der Vorteil beim Soundtrack ist sicherlich, dass er zumeist mit festem Blick auf die Szenen und die Dramaturgie eines Filmes geschrieben wurde. Dadurch bietet er im besten Fall mit verschiedenen Stücken eine passende musikalisch-emotionale Untermalung einer Szene. Mit der Zeit haben sich für mich einige Favoriten heraus kristallisiert, die ich aufgrund ihres Themas und ihrer Stimmung gerne während des Schreibens laufen lasse. Zu „Die Trolle“ waren es übrigens hauptsächlich düstere Werke, mit denen ich mich beschallt habe. Vielleicht kann man das ja zwischen den Zeilen spüren, wer weiß?

Ich musste ein wenig probieren, bis ich einen Modus Operandi gefunden habe, der mir zusagt. Manchmal läuft die Musik und ich bemerke es nicht einmal, weil ich so im Text aufgegangen bin, dass mir die Umwelt unwichtig erscheint. Aber manchmal hilft mir die Musik auch, meine Gefühle zu fokussieren und mich in die richtige emotionale Lage zum Schreiben zu bringen.

Hier einige meiner Lieblinge:

Batman Begins
Bram Stoker’s Dracula
Conan the Barbarian
Crimson Tide
Gladiator
Kingdom of Heaven
Last Samurai
Lord of the Rings I+II+III
Pirates of the Caribbean

Das ist natürlich nur eine kleine, wenig repräsentative Auswahl. Wer noch gute Empfehlungen hat, ist hiermit aufgerufen, mir diese zu schreiben.

Am Besten wäre es natürlich, wenn ich mir stets die passende Musik zu meinen Szenen selbst komponieren könnte, die dann während des Schreibens läuft. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Komponist.

Apropos Reisen

Sonntag, 6. August 2006

Was nicht jeder weiß: zum Leben als Schreiberling gehört mehr als nur vor der Tastatur zu sitzen und der Phantasie freien Lauf zu lassen. Zum Beispiel veranstalten viele Autoren ganz gerne Lesungen. So auch ich. Letztes Wochenende war ich zu diesem Behufe in Belgien, allerdings nur ganz knapp hinter der Grenze, wenige Kilometer von Aachen entfernt. Dort fand das Schicksalsfest IV statt, und ich habe eine Lesung angeboten, während meine Agentinnen einen Workshop für angehende Fantasyautoren zum Thema „Schreiben und Veröffentlichen“ gehalten haben. Wäre die Anfahrt nicht von Baustellen, Stau und Gewitter geprägt gewesen, hätte sie wohl nicht sechs Stunden gedauert, so kamen wir allerdings recht gestresst an.

Untergebracht waren wir in einer Ferienanlage, die kinoreif ist. Es gab die drolligsten 70er Jahre Impressionen, die ich seit langem gesehen habe. Besonders hübsch war das Schwarzweiß-Poster mit der Dame in Unterwäsche über dem Bett, auf dem der verheißungsvolle Titel „Night Games“ stand. Die Unterkunft war zwar erheiternd, aber durchaus komfortabel, also richteten wir uns ein und begaben uns zu der Eyneburg. Diese ist eine wirklich wunderschöne, mittelalterliche Anlage, die geradezu perfekt für Veranstaltungen wie das Schicksalsfest geeignet ist. Die Spaziergänge über das Gelände, auf dem viele verschiedene Workshops stattfanden, waren ein echter Genuss.

Meine Lesung war am Samstag. In einem so schönen Gemäuer zu lesen, ist natürlich etwas Besonderes. Inzwischen hält sich mein Lampenfieber auch halbwegs in Grenzen, obwohl ich immer noch nervös bin. Überraschend waren die wenigen Fragen nach der Lesung, da bin ich eigentlich mehr gewöhnt. Dafür habe ich mich nachher noch mit einigen Zuhörern sehr nett unterhalten.

Die Verpflegung wurde von einem professionellen Katering-Service organisiert und war wirklich erstklassig. Höhepunkt des Schicksalsfestes war das Konzert von Fiddler’s Green mit anschließender Feuershow.

Alles in allem war es ein sehr schönes und unterhaltsames Wochenende und mein Dank geht an das Organisationsteam des Schicksalsfestes. Leider habe ich es nicht geschafft, an einem der interessanten Workshops teilzunehmen und es so verpasst mir einen Bogen zu bauen. Aber ich bin ja auch Schreiberling und kein Bogenschütze.

Fremdartigkeit

Sonntag, 6. August 2006

Nachdem ich mich in Die Trolle darauf beschränkt habe, die Trolle von außen zu zeigen, habe ich mich diesmal dafür entschieden, Kapitel aus ihrer eigenen Sicht zu schreiben.

In zu vielen Fantasyromanen gibt es phantastische Kreaturen und Völker, die aber so wenig eigenständig sind, so wenig fremdartig, dass es auch Menschen mit Hörnern oder spitzen Ohren oder sonst was sein könnten. Häufig beschränkt die Fremdartigkeit sich auf Äußerlichkeiten und vielleicht noch einige wenige Verhaltensweisen. Natürlich hilft das dem Leser, sich in die Wesen hineinzudenken und mit ihnen mitzufühlen, aber dadurch verliert man auch das Gefühl, sich wirklich in einer fremden Welt zu befinden.

Das empfinde ich immer als verschenktes Potential, und deshalb will ich es auf keinen Fall selbst so handhaben. Trolle sollen fremd und anders sein, ihre Kultur schwer verständlich, ihre Instinkte und Reaktionen nicht denen von Menschen ähneln. Deswegen sind die Szenen, die ich aus Sicht eines Trolls schreibe auch für mich besonders anspruchsvoll und benötigen meine ganze Aufmerksamkeit. Das beginnt bei der Beschreibung der Wahrnehmung und endet bei den komplexen Gedankengängen. Sicherlich fühlen sich Trolle in ihrer Umgebung anders als Menschen; sie interagieren auf eine ganz andere Art und Weise mit ihrer Umwelt. Ihr Verständnis der Welt ist von dieser veränderten Wahrnehmung und Interaktion geprägt. Dies darzustellen, ist für mich die größte Herausforderung in den Passagen aus Sicht der Trolle; eine Herausforderung, der ich mich gerne und sogar enthusiastisch stelle. Ich bewege mich in einer detaillierten Welt, vieles an Recherche und Entwicklungsarbeit habe ich ja schon für Die Trolle erledigt, deswegen kann ich mich jetzt noch mehr auf meine Charaktere konzentrieren.

Nebenbei, da in meiner möglichen Urlaubszeit in den meisten asiatischen Ländern der Monsun herrscht, wird es wohl eher eine Fahrt in den Westen werden. Möglicherweise Karibik. Leider habe ich bei den ersten Plänen nicht bedacht, dass es lange Regenzeiten gibt. Aber ich bin ja auch Schriftsteller und kein Geograph.

Fortsetzungen

Mittwoch, 2. August 2006

So, kurz vor Mitternacht und die Szene ist fertig. Jetzt habe ich Zeit, ein wenig ins Journal zu schreiben.

Wie einigen vielleicht schon bekannt ist, schreibe ich schon seit einiger Zeit an der Fortsetzung zu Die Trolle. Gerade weil das Buch auch eigenständig zu lesen sein soll, gibt es logischerweise so manche Anforderung an das Manuskript. Die Geschichte muss auch ohne Wissen aus Die Trolle zu verstehen sein. Das bedeutet, dass nicht nur Informationen über die Welt neu gestreut werden müssen, sondern auch die Geschehnisse des ersten Bandes deutlich werden sollten. Natürlich ohne die Leser von Die Trolle zu langweilen. Als Autor ist man selber in der Geschichte drin und ist stark in der Welt verankert. Deswegen kann es schwierig sein zu erkennen, wann der unbedarfte Leser Informationen benötigt. Noch dazu ist das ja von Leser zu Leser unterschiedlich; mancher braucht mehr Informationsfluss, der nächste kommt mit weniger aus. Hier kommen Testleser ins Spiel, denn die bemerken schnell, wenn ihnen etwas Essentielles zum Verständnis der Geschichte vorenthalten wird. In meinem Fall bedeutet das auch, dass ich Testleser benötige, die den ersten Teil noch nicht gelesen haben, oder zumindest genug Abstand gewonnen haben.

Schon beim ersten Band habe ich auf das Informationsmanagement großen Wert gelegt und mir genau überlegt, welche Informationen in welchem Kapitel erscheinen sollen. Natürlich ergibt sich vieles von selbst, aber andere Informationen müssen gezielt gegeben werden, damit der Leser spätere Szenen verstehen kann. Auf der anderen Seite will man natürlich niemanden mit seitenlangen, drögen Erklärungen gängeln oder gar vergraulen. Im besten Fall baut man die Informationen so in die Geschichte ein, dass sie sich ganz natürlich in den Erzählfluss einfügen und ihn nicht wie ein Damm blockieren.

Jedenfalls ist für mich das Verwalten der Informationen im Manuskript ein wichtiger Punkt, dem ich besondere Beachtung schenke. Wenn Testleser zu verstehen geben, dass ihnen die Informationen zu viel werden oder fehlen, richte ich bei meiner nächsten Überarbeitung mein Augenmerk auf den Fluss der Information. Deshalb vielen Dank an alle, die ihre Zeit opfern, um sich durch meine Buchstabenwüsten zu schlagen, nur um die eine oder andere Oase zu finden.

Nebenbei, ich habe ein wenig mit den Templates von Serendipity gespielt und mich in die CSS- und TPL-Dateien eingearbeitet. Das neue Aussehen ist noch vorläufig, aber gefällt mir von der Grundidee her schon ganz gut. Trotzdem bleibt noch viel zu tun, was wohl auch einige Zeit in Anspruch nehmen wird. Aber ich bin ja auch Schriftsteller und kein Programmierer.

Rechtschreibreform Nachtrag

Mittwoch, 2. August 2006

Der Zwiebelfisch beschäftigt sich auch mit der Reform.

Rechtschreibreform

Dienstag, 1. August 2006

Jetzt ist sie also gültig, die Reform der Reform des Rechtschreibrats. Ich bezweifle, dass sie die gespaltene Nation der Dichter und Denker unter dem Dach einer einzig wahren Orthographie einen kann. Ich bin jedenfalls hin und her gerissen. Einerseits finde ich das Prinzip gut, denn eine einfachere und vor allem nachvollziehbare Rechtschreibung ist ja nicht schlecht. Andererseits fällt es mir schwer, mich daran zu gewöhnen. Mich beschleicht außerdem so langsam das Gefühl, dass die reformierte Rechtschreibung gar nicht einfacher ist. Sondern nur anders. Aber wenigstens kann ich mich jetzt immer mit dem Hinweis auf die Reform für meine Schreibfehler entschuldigen.

Wie dem auch sei, die Verlage haben sowieso ihre eigenen Handbücher zum Thema Rechtschreibung. Bei all den fakultativen Kommata, den erlaubt nebeneinander existierenden Schreibweisen mancher Wörter und sonstigen möglichen Fehlerquellen ist das auch gut so. Ich bin jedenfalls gespannt, wie das Drama um die Rechtschreibung weiter geht. Am Computer benutzt man doch eh die automatische Rechtschreibprüfung. Also lautet die Devise: entspannen und auf Updates warten.

Erster Eintrag

Dienstag, 1. August 2006

Jetzt ist es so weit: ich betreibe ein Blog. Nachdem die News auf meiner Webpage relativ ausgeufert sind, dachte ich, dass ich auch gleich ein Blog aufmachen könnte. Dank der tatkräftigen Hilfe von Cynx hat auch die Installation von Serendipity relativ einfach funktioniert. Jetzt teste ich die Einstellungen und Designmöglichkeiten der Software. Da ich jemand bin, der von nichts eine Ahnung hat, sich dadurch aber nicht vom Basteln abhalten lässt, kann es in nächster Zeit noch zu einigen Schlaglöchern auf dem Weg zum Erfolg kommen.

Auf jeden Fall ist geplant, an dieser Stelle über interessante und, vermutlich weitaus häufiger, weniger interessante Dinge aus meinem Dasein als Autor zu berichten. Mehr Informationen über mich gibt es immer noch auf meiner Webpage. Jetzt widme ich erst einmal wieder meinem momentanen Text, solange es draußen noch kühl ist.