Autorenrealitäten

Manchmal hört man Leute sagen: Ich schreib auch mal ein Buch und werde damit reich. J.K. Rowling, Dan Brown, Stephen King & Co. machen es ja vor. Aber stimmt das? Ist das so einfach?

Ein kleiner Blick hinter die Kulisse schafft vielleicht Klarheit. Aber bitte Vorsicht: Möglicherweise werden ein paar Illusionen zerstört. Die Realität ist manchmal nämlich ganz schön bittere Kost.

Ein Debutant sitzt an seinem Text, schreibt und schreibt, zerbricht sich den Kopf und steckt jede Menge Herzblut, Nerven und Lebenszeit hinein. Dann schickt er das fertige Werk an einen Verlag. Ignorieren wir für den Augenblick die 99,99% der abgelehnten Manuskripte, sondern schauen mal auf den verschwindend geringen Anteil der in einem großen Publikumsverlag veröffentlichten Romane.

Der Verband Deutscher Schriftsteller in der ver.di hat mit den Vertretern einiger Verlage Vergütungsregeln für Autoren belletristischer Werke erarbeitet (zu finden im Normvertrag hier). Eine Art Mindestlohn für Autoren. Ignorieren wir die problematischen Regelungen zu Nebenrechten (ich beziehe mich auf das Abtreten auch noch unbekannter, zukünftiger Rechte), sondern werfen einen Blick auf die Zahlen der direkten Vergütung:

5% vom Nettoladenverkaufspreis bei Taschenbüchern und 10% bei Hardcover-Ausgaben.

Man bekommt normalerweise einen Vorschuss, der einerseits nicht zurückzuzahlen ist, andererseits mit den Tantiemen verrechnet wird. Man kann davon ausgehen, dass der Verlag einen Vorschuss zahlt von dem er annimmt, dass er durch Verkäufe wieder erzielt wird, weswegen wir das auch ignorieren, ebenso wie die Nebenrechte, die zunächst uninteressant sind, da es mir hier vor allem auf einige grundlegende Faktoren ankommt.

Der Nettoladenverkaufspreis ist der endgültige Preis abzüglich 7% Mehrwertsteuer. Ein kurzer Blick auf die jeweiligen Bestsellerlisten des Buchreports lässt mich durchschnittliche Ladenpreise von Taschenbüchern mal bei 8,95€ festlegen, bei Hardcovern nehmen wir großzügig 19,95€. Jeder kann sich jetzt ausrechnen, wie viel ein Autor für ein einzelnes, verkauftes Buch erhält, nämlich circa 0,42€ für ein Taschenbuch und in etwa 1,86€ für ein Hardcover. Trades, oder Quality Paperbacks, wie zum Beispiel die Troll-Bücher es sind, liegen sowohl vom Preis als auch von den Prozenten irgendwo in der Mitte.

Auflagen sind kaum abzuschätzen, da kommt es extrem auf Genre, Bekanntheitsgrad des Autors, Größe des Verlags, Vormerker des Buchhandels und vielerlei Dinge mehr an. Einen Newcomer kann man aber getrost im vierstelligen Bereich ansiedeln. Für nicht gerade wenige Autoren sind Auflagen im fünfstelligen Bereich eher ein Traum. Nehmen wir als Beispiel einmal 5.000 Exemplare, die auch verkauft werden. Ein Taschenbuch-Autor würde Honorare in Höhe von 2.100€ erhalten, ein Hardcover-Autor sage und schreibe 9.300€. Das ist natürlich reines Brutto, vor Abzug aller Steuern, Krankenkassenbeitrage, Unkosten und so weiter.

Reichtum? Villen in St. Tropez? Jetset? Eher nicht. Wenn man Leistung und Vergütung aufrechnet, sieht das ganz anders aus.

Natürlich sind das nur Beispiele. Eine Autorin, die gut im Geschäft ist, vielleicht treue Leser hat, mag höhere Auflagen und bessere Prozente bekommen. Wenn man erst einmal einen Fuß in der Tür hat, gewisse Erfolge nachweisen kann und eventuell in den Verlagen bekannter ist, lässt sich an diesen Zahlen natürlich drehen. Und es gibt die Ausreißer, die Multimillionäre, die weltweit gefeierten Autoren; nach oben sind kaum Grenzen gesetzt. Aber es gibt einen Grund, warum die Mitglieder der Künstlersozialkasse im Schnitt ein geradezu jämmerlich (oder erschreckend?) niedriges Jahreseinkommen haben. Auf den internationalen und/oder monetären Durchbruch zu vertrauen, ist wie Lottospielen. Selbst das simple „vom Schreiben leben können“ ist, je nach eigenem Anspruch, unwahrscheinlich, wie man an den Zahlen leicht sehen kann. Nicht umsonst haben manche auch schon etablierte Autoren noch einen „Brotberuf“, oder sind auf andere Art und Weise abgesichert. Natürlich gibt es hauptberufliche Autoren, sozusagen den schriftstellerischen Mittelstand. Doch der Weg dorthin ist häufig steinig und mühselig.

Dieser Text ist keineswegs zur Abschreckung gedacht, sondern soll lediglich ein paar Zusammenhänge erklären.

Demnächst schreibe ich ein paar Zeilen zum Thema, warum man ohne Verlag kaum auskommen kann, auch wenn die Aufteilung zunächst wenig fair erscheint.

Trackbacks

  1. Autoren – Agenturen – Verlage

    Zu Agenturen habe ich mich bereits einmal in diesem Eintrag geäußert. Diesmal möchte ich kurz auf Verlage eingehen. In meinem letzten Eintrag zum Thema Buchmarkt habe ich geschrieben, dass Autoren nur schwer ohne Verlag auskommen können. Dafür gibt e

  2. Verlinkungen pt.1

    Zu jeder Buchmesse erinnern sich die Medien plötzlich wieder an ihr Geschwister Buch; in Zeitungen häufen sich Artikel zum Thema Buch und Buchmarkt, und selbst das sonst eher ferne Fernsehen zeigt Berichte. Zwei Artikel sind mir in den letzten Tagen

Kommentare

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  1. Thrakonia schreibt:

    Hi Chris,

    das klingt sehr ernüchternd. Daher auch gleich meine Frage an dich: hast du denn einen Hauptberuf, dem du neben dem Schreiben nachgehst? Wenn ja, was machts du?

    Liebe Grüße
    Kathrin

  2. Chris schreibt:

    Ich habe bis letztes Jahr als freier Texter gearbeitet. Momentan konzentriere ich mich allerdings rein auf das Schreiben.

    Wobei ich zum Beispiel auch Texte für ein Computerspiel schreibe, nicht nur Romane.

    Chris

  3. Christoph_F schreibt:

    Naja, das meiste aus diesem Eintrag ist mir durchaus bewusst, aber ich hatte auch nie das Ziel Millionär oder ähnliches zu werden. Nein, ich bin glücklich mit meinem Leben, werde studieren und einen ganz normalen Beruf ausüben.
    Mein Traum ist es nur, irgendwann mal bei einem "richtigen" Verlag ein Buch zu veröffentlichen, ich will einfach mal sehen, ob ich sowas draufhabe. Ich weiß auch, dass die Erfolgsaussichten dafür sehr gering sind, das hört man ja oft genug. Sollte ich es zu nichts bringen als Autor, dann geht die Welt auch nicht unter. Ein veröffentlichtes Buch von mir irgendwann, und ich wäre vollkommen glücklich. Der Rest wäre eh "Zugabe" ;-)

  4. Chris schreibt:

    Wer diese Informationen hat, kann natürlich weitaus besser abschätzen und entscheiden, welcher Weg für ihn oder sie gut ist.

    Außerdem finde ich Träume gut. Nicht ist schlimmer als die eigenen Träume aufzugeben. Aber wenn man so viel Arbeit (und in einem Roman steckt immer viel Arbeit) und in vielen Fällen auch echtes Herzblut in eine Sache steckt, sollten grundlegende Informationen einfach bekannt sein. Weiter träumen kann man dann ja immer noch.

    Lieben Gruß,

    Chris

  5. Kurt Morak schreibt:

    Du kannst ja auch den Mt. Everest besteigen, Christoph. Das ist auch ne Herausforderung. Und die gefrorenen Leichen von erfahrenen Bergsteigern in der Todeszone sagen mir dass es auch nicht so leicht ist dass zu überleben...

    Du könntest auch amerikanischer Söldner werden und versuchen ein paar Jahre im Irak zu überleben. Wenn du das schaffst, dann hast du auch was drauf...

    Was mich angeht: Ich habe studiert, will nie ein normales Leben führen und ja, für mich ginge eine Welt unter, wenn ich es als Autor nicht packe.

    Ich träume nicht von veröffentlchten Büchern. Ich weiss auch, dass wenn ich es schaffe mein Erstes in den Händen zu haben ich nicht "völlig glücklich" sein werde, sondern eher eine Mischung aus Erleichterung und Zufriedenheit verspüren werde. Und ich mit meinen Gedanken schon bei der nächsten Story wäre.

    Es ist die Schreibkarriere, die ich haben möchte. Nicht die Bücher. Die Bücher können die Leser haben. Ich will ihr Geld. Ihr Geld und ihr zufriedenes Lächeln bei der Convention, wenn ich sie frage: "Hat es ihnen gefallen?" Das ist das Beste. Das ist das Zeugs, aus dem meine Träume bestehen.

  6. Kurt Morak schreibt:

    Träumen ist gut, Träumen ist wundervoll, aber irgendwann sollte man das mit einer gewissen Portion Zynismus paaren. Das ist meine Meinung.

    Zynismus, für andere Realismus, bedeutet, dass ich die andere Seite sehe und nicht nur mich. Das habe ich bereits bei der Kaffeesatzdiskussion angerissen. Also: Was will ein Leser von einem Fantasyroman unbedingt haben? Damit meine ich nicht die ganz speziellen Gründe die völlig individuell sind und sich von Person zu Person stark unterscheiden, sondern allgemeine Gründe, die auf die Masse der Leser angewandt werden können.

    Warum lesen Menschen Fantasy? Was zieht sie dorthin? Ich habe mehrere Gründe gehört, z.B. in eine andere Welt versetzt zu werden. Ich habe lange Zeit über diesen Grund nachgedacht und bin der Meinung dass er Humbug ist. Ich glaube dass viele jenen Grund vorschieben weil sie die wirklichen Gründe nicht verbalisieren können. Mit anderen Worten: der Patient sagt dem Doktor nie das was wirklich das Problem ist sondern nur das was der Doktor hören möchte.

    Bei Herr der Ringe Verfilmung z.B. Ich weiss nicht wie oft ich gehört habe dass dieser und jener sich den Film angeguckt hat weil es dort um "Freundschaft" geht und Ähnliches. Ich hab mir bei den letzten zwei Verfilmungen aufmerksamer angeguckt was die Leute sagten gleich nachdem sie den Kinosaal verließen:
    "Wow, klasse Schlacht!" "Hast du gesehen, wie den Nazgulfürsten um die Ecke gebracht hat.." "Scheisse, wieviele Uruk-hai waren das? Eine Million?"

    Ich bin zu 100% überzeugt dass ein Fantasyautor der in seinem Roman eine Schlacht auslässt irsinnige Probleme mit den Lesern bekommt. Die Welt kann noch so ausgefeilt sein, die Figuren noch so lebendig...wenn diese ganz spezielle Action fehlt gibts Probleme. Alle erfolgreichen Fantasyautoren, in D und in USA, sind vor allem Actionschriftsteller. Jeder, der verzichtet Action zu schreiben wird kommerziell nicht erfolgreich sein. Das ist die Wahrheit, die mich völlig umgehauen hat. Witzigerweise kann man das bei den deutschen Autoren sehr gut sehen. Woher kamen denn Titel wie "SCHLACHT der Trolle?" oder "RACHE der Zwerge?" oder die AXT auf dem Cover in TOLKIEN´s Geschöpfe?

    Alles Zufall? Whom are we kidding? Besonders die AXT ist visuell absolut genial: Du weisst worum es im Roman gehen wird...egal welcher Autor ihn verfasst hat. Und um den Berufszynismus auf die Spitze zu treiben: In STURMWELTEN, Christoph, geht es doch um einen Freibeuten, oder? Als ich erfuhr dass der Roman da ist
    musste ich sofort an PIRATES of THE CARRIBEAN denken...weil der auch draußen war. Zur selben Zeit.

    Will ich dir Oppurtunismus vorwerfen? Dich anklagen dich dem geplanten Kommerz verschrieben zu haben? Nein. Nein, nein, nein...und du brauchst dich auch nicht zu verteidigen, ich weiss es gibt Millionen von Gründen warum STURMWELTEN einen Freibeuter drinnen hat und auf den Meeren spielt. Tausende Gründe womöglich. Aber wenn es wahr wäre...wenn auch nur ein Bisschen Planung dahinter war...von dir, oder von deinen Lektoren und Agenten...dann muss ich dir sagen, war es eine absolut geniale Aktion!

    Ja, Träumen ist gut und notwendig. Wir träumen alle vom Erfolg, von schönen Frauen, von ewigem Ruhm. Manchmal kann man dem nachhelfen. Tatsächlich tun das Einige auch. Ich denke, das sind die Erfolgreichen. Das sind jene die ganz oben sind. Nur: Sie werden es nie, nie, und nochmals: nie zugeben.

    Rowling wird NIEMALS zugeben dass an Potter was geplant war. (Lol). Genausowenig wird King jemals sagen wie wirtschaftlich durchdacht seine Schreibkarriere gemanagt wurde.

    Vielleicht...tut uns allen ein paar Spritzer Berufszynismus gut. Nur ein paar Spritzer. Ein bisschen mehr Planung, etwas mehr Know How, und wir werden nicht nur veröffentlich werden, wir haben dann auch höhere Auflagen.

    Denn ehrlich, ich habe in anderen Foren mit genügend Autoren gesprochen, die nachweislich echte Autoren waren die bei anerkannten Verlagen veröffentlichten. Und der Grund warum die nie über Nebejob Schreiben hinauskamen war weil die sich keine Gedanken machen WOLLTEN warum ihre Leser sie lesen. Was an ihren Büchern so toll ist. Etc. etc. Die wollten darüber nicht mal nachdenken!

    Hey, Christoph, du warst doch Werbetexter, oder? Wie macht man das als Werbemann? Man schreibt einach einen Text und es werden sich schon ein paar Leute finden die das mit dem Produkt in Verbindung bringen oder?

    Oder läuft es doch anders? Hmmm?

    Ich wünsche mir mal einen zynischen, veröffentlichten Autoren. Der mal Klartext redet. Der sagt, was für ein durchtriebener, mit allen Wassern gewaschener Profi er wirklich ist. Ich habe die Nase voll von Träumern, die für sich schrieben und "Glück" hatten und es deshalb geschafft haben.

    I don´t believe them.

  7. Chris schreibt:

    Hallo Kurt,

    ich fürchte, du bist bei mir mit deinen Thesen an der völlig falschen Adresse. Zudem hast du deine Wahrheiten ja anscheinend schon gefunden. Mein einziger Tipp dazu wäre wohl, das auch in deinen Büchern umzusetzen.

    Lieben Gruß,

    Christoph

  8. Kurt Morak schreibt:

    Ich weiss nicht ob ich bei dir mit den Thesen an der falschen Adresse bin. Aber ich bin nicht überrascht dass du so antwortest. Wie gesagt, ich muss erst noch erleben dass ein Autor wirklich Tacheles redet...im Besonderen bei Fragen der Werbung/Konzeption eines Buches, und zwar jenseits der dramaturgischen Seite. Wir leben in Deutschland und in Österreich nun mal in Ländern wo gerade Finanzielles bei Künstlern scheel angesehen wird. Wir wollen nicht hören dass Erfolge geplant werden...dass man Trends nachfolgt. Dass dahinter ein Management steckt...wir möchten eher lesen und hören dasss Erfolge einfach so passiert sind...was für ein Zufall! Man hat einfach etwas geschrieben und es wurde ein mordsmässiger Erfolg! Oh, zufälligerweise ist der Titel so geraten...ganz seltsamerweise war diese andere Geschichte gerade populär...alles nur Zufall, nichts davon ist geplant, wir wollen schließlich die Kunst reinhalten von so verachtenswerten Dingen wie Kommerz und Spekulation!

    Und Wahrheiten gefunden...ich bräuchte halt jemanden, mit dem ich darüber reden kann. Ehrlich reden kann. Aber ich finde diese Leute nicht. Wieso? Siehe oben...über diese Dinge spricht man nicht gerne.

    Das ist aber auch das Problem bei an sich so nützlichen Dingen wie Foren und Autorenwebsiten. Anstatt über schwammige Dinge zu reden, die man ohnehin schon weiss (wie z.B. die Prozente bei Taschenbüchern und Hardcovern...bei Eschbach usw. schon vor Jahren gelesen) werden die wirklich nützlichen Insidertips verschwiegen. Oder verschwiegen ist ein zu heftiges Wort...ich würde sagen ausgelassen. Ja, ausgelassen ist besser! Man redet einfach nicht drüber. Punkt.


    Aber du hast natürlich recht. Wenn man ein Bündel von Thesen und Meinungen darüber hat wie Literatur oder Kunst funktioniert sollte man das in seinen Büchern anwenden und nicht darüber quatschen.

    Liebe Grüsse, Kurt

  9. Chris schreibt:

    Hallo Kurt,

    ich fürchte, wenn es eine Weltverschwörung von Verlagen, Agenten und Autoren gibt, hat man mich nicht eingeladen.

    Lieben Gruß,

    Christoph

  10. Sabrina Kirnapci schreibt:

    [Beitrag auf Anfrage gelöscht]

  11. Stephan schreibt:

    Hier geht's ja richtig rund :-)

    Sehr schöner Überblick und die reine Wahrheit. Und entgegen Kurt's Meinung, dass ja alles ganz perfide geplant sei, bleibe ich dabei, dass es in den meisten Fällen einfach Glück war.
    Ich glaube Frau Rowling auch nicht die Story der Sozialhilfeempfängerin, aber dennoch hatte sie Glück, dass ihr Buch ein Erfolg wurde. Die rührselige Geschichte kam hinterher, um die Verkäufe weiter zu heben.

    Ich möchte auch nichts glorifizieren oder mystifizieren. Es ist einfach riesiges Glück. Als Autor muss man das schreiben, was man als Geschichte erzählen will, sonst wird de Geschichte fad. ich kann mich mit diesen ganzen herrlichen Schreibregeln zwar rein technisch wunderbar präsentieren, aber wenn ich die Geschichte selbst nicht super finde, dann wird es auch kein anderer tun, weil sie einfach nicht "wirklich" wird.
    Was kann ich also tun?
    Ich schreibe, was ich schreiben möchte.
    Ich überarbeite es gewissenhaft.
    Ich schaue mir den Markt genau an.
    Ich überlege im Vorfeld in welches Programm es passen könnte.
    Ich schreibe passende Agenturen an.
    Ich bin zur Mitarbeit bereit.
    Ich bin geduldig.
    Ich stürze mich nicht aus dem Fenster, wenn es beim ersten Mal nicht klappt.

    Und wenn ich dann veröffentlicht bin, dann muss ich akzeptieren, dass ich nur in den seltensten Fällen davon leben kann.
    Diesen Umstand halte ich momentan auch noch von mir fern, aber im Hinterkopf sitzt es, das Damoklesschwert ;-)

    Es gibt keine Verschwörung. Es ist vielmehr die Verschwörung der Außenstehenden, die glauben, dass dahinter mehr als Können und Glück stecken muss. Denn das nötige Können haben wir ja schließlich alle, nicht wahr? Und dass es nur am eigenen Glück hängen soll ist viel zu unbefriedigend.
    Also muss es da diese ominösen Profis geben, die alles bis ins letzte Detail geplant haben, die vor dem ersten Wort, das sie schrieben, schon sagten: "Ich schreibe einen Bestseller und zwar aus den Elementan XYZ für ABCD, weil 123."

    Ich glaube es läuft so.
    Autor: "Ich schreibe die Geschichte XYZ, weil sie mir im Kopf rumgeht und mich das Thema fasziniert."
    Die Sache ist fertig und geht an Agenten und Lektoren.
    Agent 1-25: "Hmmmm, eher nicht."
    Agent 26: "Klingt verkaufsfähig."

    Danach kommen die Lektoren, da sagt dann vielleicht einer "ja".

    Dann geht's in die Programmkonferenz und darum, wie das Buch im Vergleich mit den anderen platziert wird. Macht man ein HC? TB? Trade?
    Gibt man dem Autor und dem Buch in der Programmvorschau ne halbe Seite? Viertel? Doppel?

    Wieviel Einfluss will und kann man als Autor da noch nehmen?

    Ich bleibe dabei, dass ich die Geschichten schreibe, die ich erzählen möchte, die ich schreiben MUSS, weil sie aus mir raus wollen.

  12. Christoph_F schreibt:

    Du glaubst also, dass es bei einem erfolgreichen Buch nur aufs Glück ankommt, und im Prinzip jeder Autor gleich gut ist? Ich hoffe nicht, denn das wäre - sorry - lächerlich.
    Und dass Rowling so erfolgreich ist, weil sie gesagt hat sie sei vorher Sozialhilfeempfängerin gewesen...naja, dann kannst du das ja beim nächsten Mal auch probieren, vielleicht wirst du dann auch Milliardär ;-)

    Ach ja, und ich finde man sollte nicht nur schreiben was man will, weil man angeblich MUSS, denn nur sterben MUSS man, sondern auch bestimmte "Regeln" beachten, die das Buch besser machen (und dadurch, falls es veröffentlicht wird, auch erfolgreicher)
    Es gibt ja immer noch die Leute, die dem weniger guten Vorsatz Folgen: Es gibt die Formel für ein gutes Buch, leider ist sie unbekannt (oder so irgendwie :-))


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