Schwierige Passagen
In den letzten Tagen habe ich mit einigen nicht gerade einfachen Stellen des Texts gerungen. Neben rein äußerlicher Handlung, vulgo Action, die mir ganz gut von der Hand geht, kommt natürlich das Seelenleben der Figuren nicht zu kurz. Allerdings bergen starke Emotionen immer Risiken; es ist sehr leicht, in Kitsch oder Pathos abzurutschen. Andererseits ist das Leben nun einmal manchmal pathetisch und auch kitschig. Hier ist es wichtig, den richtigen Ton zu treffen. Charaktere in ihrem Leid und ihrer Freude zu zeigen, ohne in Plattitüden abzurutschen oder die Glaubwürdigkeit zu verlieren, ist mir ein besonderes Anliegen. Das bringt es manchmal mit sich, viel Arbeit in ein kurzes Stück Text zu stecken.
Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden. Nach dem Vorlektorat werde ich es noch einmal überarbeiten, dann kommen mit Lektorat und endgültiger Überarbeitung die letzten Schliffe.
Jedenfalls werden die Figuren doch sehr getriezt. Tatsächlich ist das ein zu schwaches Wort, um den Leidensweg einiger Charaktere zu beschreiben. Als Autor muss man seinen Figuren eben manchmal Dinge antun, an die man eigentlich nicht einmal im Traum denken würde.
Auf der anderen Seite bereitet es mir großes Vergnügen, die Handlung weiter voranzutreiben, und auch der Welt ihren Platz im Text zu überlassen. Auch das ist Arbeit; die Hintergründe sollten so eingebaut werden, dass sie den Lesefluss nicht stören, und sich am Besten aus den Zusammenhängen erklären. Glücklicherweise sind einige Charaktere an den Handlungsorten ebenso fremd wie der Leser.

