Uniform
Ich muss gestehen, dass ich überrascht war, als der Paketbote mir das recht unscheinbare Paket ohne Absender übergab. Ich hatte nichts bestellt, erwartete keine Sendung. Selbstverständlich nahm ich es an und fand darin meine offizielle Fantasyautoren-Uniform. Schwarz, natürlich, so wie die meisten sie tragen.
Im Ernst, mir ist aufgefallen, dass die Herren und Damen Kollegen sehr häufig einen ähnlichen Kleidungsstil pflegen. Sei es nun die schwarze Angus-Young-Kluft von Markus Heitz, Tom Finns Jeans-und-T-Shirt-Kombination, Bernhard Hennens legere Kleidung oder meine eigenen Sachen, sie haben eins gemeinsam: die Farbe Schwarz. Oder zumindest sehr gedeckte Farben. Stecken wir alle phantastischen Farben in unsere Geschichten und haben keine mehr für unsere Kleidung übrig? Versuchen wir, durch Gesetztheit seriöser zu wirken? Ich weiß es nicht, aber es erschafft auf so lauten, hektischen und farbigen Events wie den Buchmessen augenblicklich ein angenehmes Gefühl von Vertrautheit. Man steht zusammen, in einem dunklen Pulk, um den das bunte Volk brandet. Eine Insel der Dunkelheit, sicher und geborgen, schon durch das Äußere verbunden.
Aber vielleicht gibt es gar keinen Zusammenhang. Möglicherweise ist es ein Zufall, eine Verkettung von Umständen, eine seltsame Häufung eines bestimmten Geschmacks. Aber ich glaube das nicht. Vielleicht stimmt die Geschichte mit dem Paket doch?
Wer irgendwo einen Fantasyautor oder eine Fantasyautorin in bunten Kleidern sieht, photographiere dies bitte und sende mir den Beweis. Sachdienliche Hinweise in anderen Medienformen werden ebenfalls entgegengenommen.


Heute öffnet die Buchmesse in Frankfurt ihre Pforten. Natürlich war die offizielle Eröffnung schon gestern Abend, aber die eigentliche Messe beginnt heute. Da ich noch einiges zu tun habe, werde ich heute Abend erst zur Lesung von Oliver Plaschka in
Aufgenommen: Okt 10, 09:58