Schambereich
Manchmal ist es gar nicht so einfach, den eigenen Schambereich zu verlassen. Wie das gemeint ist? Nun ja, als Autor muss man manchmal in Gegenden vorstoßen, die im normalen sozialen Umgang eher tabuisiert werden. Man kann sich da natürlich drum herum mogeln, nur würde ich das als feige ansehen. Außerdem ist es langweilig, wenn der Autor eines Textes um interessante Stellen einen Bogen macht, nur weil es nicht einfach ist, diese zu schreiben.
Sex, Zahnarztbesuche, Emotionen. Das erfordert einerseits ein wenig Empathie, andererseits aber auch ein sorgfältiges Arbeiten mit Worten. Ich möchte die Szene ja angemessen darstellen, ohne ins Lächerliche oder ins Klischee abzurutschen. Beides ist leider nur allzu leicht, wenn man nicht aufpasst.
An so einer Szene arbeite ich gerade. Sex, Zahnarztbesuch, vielleicht gar beides? Das wird noch nicht verraten. Aber ich kann sagen, dass es manchmal ein wenig Überwindung kostet, sich den gesellschaftlichen Konventionen zu entziehen. Aber es lohnt sich. Die Szenen sind nachher plastischer, echter, einfach besser. Als Autor hat man vielleicht sogar die Pflicht, sich hin und wieder über Tabus hinweg zu setzen. Nur so entstehen wirklich gute Bücher.
Und zudem ist die Aufmerksamkeitsspanne der Testleser gleich viel höher, wenn das Thema kontrovers und spannend ist. Da kommt so einiges an Rückfragen, die ich dann nicht beantworte. Aber ich bin ja auch Schreiberling und nicht Doktor Sommer.










